Zum Abbau freigegeben?

 

  Fallen weitere Vulkanberge dem Lava- und Basaltabbau zum Opfer?

 

Mit dem Goldberg bei Ormont, dem Steffeln Kopf bei Steffeln, dem Radersberg bei Brück, dem Kalenberg bei Oberstadtfeld, dem Goßberg bei Walsdorf und dem Wartgesberg bei Strohn sind schon viele markante und landschaftsprägende Vulkanberge des Landkreises Vulkaneifel dem Lavaabbau zum Opfer gefallen. Wenn es nach den Vorstellungen des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB) in Mainz geht, werden zu den bereits verschwundenen noch weitere Berge hinzukommen. In seiner Rohstoffgeologischen Fachplanung macht es nämlich Vorschläge, die es ermöglichen würden, Lava und Basalt künftig auf dem mehr als Fünffachen der bisherigen Fläche abbauen zu können.

 

Dazu schlägt die Behörde für den künftigen Lava- und Basaltabbau die Ausweisung von über 2.000 ha Vorranggebieten Rohstoffsicherung im kommenden Raumordnungsplan (ROP) der Region Trier vor. Bisher werden im Landkreis Vulkaneifel Lava und Basalt auf etwa 400 ha abgebaut.

 

Eine besondere Bedeutung kommt in dem Verfahren der Planungsgemeinschaft Region Trier bei. Sie legt in einem Abwägungsprozess die künftige Nutzung der Landschaft verbindlich fest. Die rechtskräftige Ausweisung eines Gebietes als „Vorranggebiet Rohstoffsicherung“ würde daher spätere Einsprüche hiesiger Gremien, wie etwa Orts- oder Verbandsgemeinderat oder auch Kreistag, ausschließen. Auch ein möglicher Schutzstatus des Gebietes, evtl. Naturdenkmal (ND) oder gar Naturschutzgebiet (NSG), hätte dann keine Wirkung mehr und könnte das Gebiet nicht vor dem Abbau bewahren.

 

Neben einer großzügigen Erweiterung aller derzeit vorhandenen aktuellen Lavagruben und Basaltsteinbrüche will das LGB durch seine Vorschläge künftig noch zusätzlich an 16 weiteren Stellen, an denen derzeit kein Abbau stattfindet, den Abbau von Vulkangestein ermöglichen.

 

Es sind dies im einzelnen:

  • Aarley bei Üdersdorf 14 ha
  • Asseberg bei Daun-Waldkönigen 24 ha
  • Döhm bei Dreis 18 ha
  • Goosberg bei Daun-Steinborn 33 ha
  • Hoher List bei Schalkenmehren 33 ha
  • Hasenberg bei Trittscheid 30 ha
  • Holzmaargelände bei Gillenfeld 22 ha
  • Kasselburger Hahn bei Pelm 15 ha
  • Kreckelberg bei Büscheich 20 ha
  • Löhlei bei Üdersdorf 58 ha
  • Nerother Kopf 46 ha
  • Reinertsberg bei Brück 10 ha
  • Riemerichgelände bei Daun-Neunkirchen 13 ha
  • Rockeskyller Kopf 100 ha
  • Roßbüsch bei Kalenborn-Scheuern 146 ha
  • Scharteberg bei Kirchweiler, Westseite 57 ha
  • Schönfeld 20 ha
  • Steineberger Lei bei Steineberg 46 ha
  • Weinfeldermaargelände 23 ha
  • Wetschberg/Mühlenberg bei Oberbettingen 63 ha.

Die Probleme der Rohstoffgewinnung im Landkreis Vulkaneifel haben wir in der Bildergalerie „Rohstoffgewinnung“ verdeutlicht. Darüber hinaus stellen wir Ihnen die nachfolgenden, von der LGB-Planung betroffenen Berge in einem eigenen Portrait vor. 

 

Aktualisierung vom Januar 2014:

Nach dem inzwischen von der Planungsgemeinschaft Region Trier vorgelegten Entwurf für den kommenden Raumordnungsplan sind von den o.a. Bergen folgende nicht mehr für den Rohsoffabbau vorgesehen bzw. es wurde der Gesteinsabbau auf den bisher bereits genehmigten Umfang begrenzt:

  • Aarley bei Üdersdorf
  • Asseberg bei Daun-Waldkönigen
  • Döhm bei Dreis
  • Goosberg bei Daun-Steinborn
  • Hoher List bei Schalkenmehren
  • Kreckelberg bei Büscheich
  • Riemerichgelände bei Daun-Neunkirchen
  • Scharteberg bei Kirchweiler, Westseite
  • Weinfeldermaargelände

Dennoch bleiben weitere, für das Landschaftsbild unverzichtbare Vulkanberge (z.B. Roßbüsch, Löhlei, Wetschberg, Mühlenberg, Steineberger Lei, Rockeskyller Kopf, Reinertsberg) für den Abbau vorgesehen. Darüber hinaus sind uns auch Abbauwünsche von Abbauunternehmern bekannt, die sogar über die von der Planungsgemeinschaft vorgeschlagenen Flächen hinausgehen.


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