Fällt auch der Asseberg dem Lavaabbau zum Opfer?

 

Teilt auch einer der Dauner Hausberge, der Asseberg bei Daun-Waldkönigen, bald das Schicksal der bereits aus dem Landkreis Vulkaneifel verschwundenen Vulkanberge? Nach den Vorstellungen des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB) soll es so kommen. Es hat den Asseberg als „Vorranggebiet Rohstoffsicherung“ für den kommenden Raumordnungsplan (ROP) vorgeschlagen. Damit würde ein weiterer markanter Vulkanberg des Landkreises Vulkaneifel für den Gesteinsabbau freigegeben. Er könnte in absehbarer Zeit aus der Landschaft verschwinden.

 

Der gut 600 m hohe Asseberg prägt zusammen mit dem benachbarten Ernstberg das großartige Panorama im Nordwesten von Daun. Er gehört mit zu den Bergen, die schon seit über 70 Jahren einen Schutzstatus nach dem Naturschutzgesetz genießen. Allerdings ist nicht der gesamte Berg als Naturdenkmal (ND) geschützt, sondern nur ein etwa gut 8 ha großes Blockfeld mit Lavafelsen im Gipfelbereich. Deshalb konnte an der Nordseite des Berges im vorigen Jahrhundert zeitweise Basalt abgebaut werden. Heute ist der Asseberg wegen seiner Felswände und der Buchenaltbestände Teil des Vogelschutzgebietes „Vulkaneifel“. Das kommt vor allem Uhu und Rotmilan zu Gute.

 

Der Kreistag Vulkaneifel hat angesichts der bereits erheblichen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes der Vulkaneifel in einem Kreistagsbeschluss vom 4.4.2011an das LGB appelliert, keine neuen Lavagruben und Steinbrüche mehr zu eröffnen. Am Asseberg wurde der Gesteinsabbau schon vor mehr als drei Jahrzehnten eingestellt. Ein Teil der Grube wurde rekultiviert, der andere Teil als Sekundärbiotop der natürlichen Sukzession, d.h. einer allmählichen Wiederbesiedelung durch Pflanzen und Tiere, überlassen. Diese Wiederbesiedelung ist heute weit fortgeschritten. Eine Wiederaufnahme der Abbautätigkeit würde daher de facto einen neuen Aufschluss darstellen. Der Vorschlag des LGB läuft somit eindeutig dem Kreistagsvotum zuwider.

 

Der Asseberg liegt zum größten Teil auf der Gemarkung des Dauner Stadtteils Waldkönigen, ein kleinerer Teil auf der Gemarkung von Steinborn. Wie einem im Internet nachzulesenden Beschluss der beiden Ortsbeiräte zu entnehmen ist, haben sich beide Ortsteile eindeutig gegen eine Wiederaufnahme der Abbautätigkeit am Asseberg ausgesprochen. Die über die Verbandsgemeindeverwaltung übermittelte Forderung, den Asseberg aus der Rohstoffplanung herauszunehmen, berücksichtigte jedoch das LGB offensichtlich genauso wenig wie den Kreistagsbeschluss. 

 

Aktualisierung vom Januar 2014:

 

Nach dem inzwischen von der Planungsgemeinschaft Region Trier vorgelegten Entwurf für den kommenden Raumordnungsplan ist der Asseberg nicht mehr für den Rohsoffabbau vorgesehen.

 

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