Zu Tode gefüttert   08.05.2020

 

                   Eine Folge völlig falsch verstandener Tierliebe

 

Seit mehreren Jahren erfreuen die Ziegen am Weinfelder Maar nicht nur die vielen Maarbesucher. Sie halten das Maargelände durch die Beweidung auch offen für lichtliebende Pflanzen und Tiere. Sie leisten auf diese Weise den entscheidenden Beitrag zum Erhalt des wertvollen Lebensraumes am Maar. Leider ereignete sich jedoch erneut ein Fall, wo durch offensichtlich völlig falsch verstandene Tierliebe ein junges Zicklein zu Tode kam. Ein Maarbesucher war auf ein verendetes Zicklein gestoßen und hatte darüber das Forum Daun informiert. Von dort hatte der Halter der Ziegen Kenntnis von dem verendeten Tier erhalten. So konnte er nicht nur das tote Zicklein bergen, er fand auch die Ursache des Verendens heraus.

 

Brot als Todesursache

Weitere Ziegen, darunter auch der Bock der Herde, wiesen mit ihren aufgebähten Bäuchen eindeutig darauf hin, was geschehen sein musste. Sie waren mit Brot gefüttert worden! Ziegen geben die in ihrem Pansen, einer großen Gärkammer des Magens, entstehenden Gärgase durch einen besonderen Reflex, den Ruktus, ab. Brot erzeugt mit seinen Kohlenhydraten jedoch ein Übermaß an Gärgasen, was zu einer Ruktusstörung führt. Die Gärgase können nicht mehr durch das für Wiederkäuer typische, besondere Rülpsen abgeben werden. Als Folge davon bläht sich der Pansen ungeheuer auf (Pansentympanie). Im Fall des Zickleins führte dies zum Tod. Der Tod der anderen Tiere konnte durch das Eingreifen des Ziegenhalters verhindert werden.

 

Den Tieren zuliebe: Nicht füttern! Hunde an die Leine!

Rund 25 ha Weidefläche steht der Ziegenherde am Weinfelder Maar zur Verfügung. Sie ist damit mehr als ausreichend groß, alle Ziegen und auch die 7 Esel zu ernähren. Sie brauchen kein zusätzliches Futter, schon gar keines, das ihnen den Tod bringt. Und noch etwas sollte für Maarbesucher selbstverständlich sein: Wer als Tierfreund den besten Freund des Menschen, seinen Hund, mit zum Maar nimmt, sollte ihn unbedingt anleinen. Am Maar haben Ziegen und Esel freien Auslauf, nicht aber Hunde. Auch die Hundebesitzer, die über ihren Hund sagen können, dass dieser nie eine Ziege beißen würde, sollten dies respektieren.

 

Lesen Sie zu diesem Beitrag auch die folgende Meldung:

Weinfelder Maar: Ziege von Hund angefallen   04.08.2015

Von einem nicht angeleinten Hund eines Maarbesuchers wurde ein junges Bockzicklein schwer verletzt. Ein faustgroßes Stück Fleisch wurde aus der Hinterkeule der jungen Ziege .

 

Vögel in der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen, dabei tolle Preise gewinnen und die Kenntnisse über unsere Vogelwelt steigern ...

All das vereint die Aktion „Stunde der Gartenvögel“. Dabei sind Vogelfreunde quer durch die Republik aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel zu notieren und dem NABU zu melden.

 

Mitmachen können Sie in jedem Garten, auf jedem Balkon oder auch im Park. Wenn Sie die heimische Vogelwelt nicht allein, sondern in einer Gruppe von Vogelliebhabern und unter fachkundiger Führung eines NABU-Experten kennen lernen möchten, können Sie an einer der zahlreichen Gartenvogelführung teilnehmen.

 

So wird gezählt:

Zählen Sie alle Vögel, die Sie beim Blick in Ihren Garten oder den örtlichen Park entdecken können. Im Laufe einer Stunde sollen von jeder Vogelart die höchste Zahl der dort beobachteten Vögel notiert werden. Und zwar die höchste Zahl zu einem Zeitpunkt: Dieselbe Amsel fünfmal hin und herfliegen zu sehen, macht nicht fünf Amseln, sondern nur eine. |mehr|

 

   Mysteriöses Meisensterben   17.04.2020

                     Blaumeisen scheinen besonders betroffen

Derzeit grassiert eine bis jetzt unbekannte und scheinbar ansteckende Krankheit in der Vogelwelt, vor allem Blaumeisen scheinen betroffen zu sein. Ab 11. März wurden erste Fälle aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen am Mittelrhein in Hessen bekannt. Bis zum 8. April wurden über 60 Fälle mit über 150 toten Meisen aus einer Region zwischen dem Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen bekannt. Um die Ausbreitung dieses neuen Phänomens und seine Auswirkungen auf Vögel zu erfassen und zu bewerten, bittet der NABU um die Meldung kranker oder toter Blaumeisen und das Einsenden von Proben zur Untersuchung. |mehr|

 

 

DieVulkaneifeler in der Bredouille 12.03.2020

                      Hier noch dazu? Oder gleich zum Restmüll?

Die Menschen in der Vulkaneifel fordern nicht nur die Wiedereinführung „ihrer“ Biotonne, die sie rund 2 Jahrzehnte nutzen konnten, sondern auch die Einführung der Biotonne für den gesamten Bereich des ART. Dazu haben sie auch allen Grund. Nach Expertenaussagen belegen nämlich alle Studien, dass sowohl im Hinblick auf die Menge der erfassten Bioabfälle als auch im Hinblick auf die Sortenreinheit Holsysteme, wie die Biotonne, den Bringsystemen, wie die nun vom ART eingeführte Biotüte, überlegen sind.

 

Kompostieren preiswerter als verbrennen

Bei einer Veranstaltung dieser Woche in Gerolstein legte Staatssekretär Griese vom Umweltministerium RLP dar, dass die Verarbeitung von Bioabfall zu Kompost deutlich preiswerter sei als die Verbrennung des Bioabfalls. Genau dies geschieht aber mit dem Bioabfall, den der ART auch heute noch in großen Mengen in der Restmülltonne einsammelt. Im Hinblick auf eine möglicherweise dauerhafte Einführung der Biotüte, die derzeit nur ein Versuch ist, verdeutlichte der Staatssekretär die dabei anzulegende Messlatte. Entscheidend sei, ob die Biotüte von den Menschen akzeptiert werde und mit ihr auch erreicht werde, dass der Bioabfall nicht weiterhin in die Restmülltonne geworfen werde. Damit bringt er die Vulkaneifeler ganz schön in die Bredouille.

 

Trennen und sammeln für die Biotüte?

Niemand leistet so großen Widerstand gegen die Biotüte wie die Vulkaneifeler, Aber ausgerechnet sie sind es, die am kräftigsten zur Umwandlung des bisherigen Versuchs Biotüte in eine Dauerlösung beitragen. Denn während im übrigen ART-Bereich völlig unzureichende Beteiligung und unzureichende Sammelergebnisse zu registrieren sind, weisen die Vulkaneifeler die größte Beteiligung und die besten Sammelergebnisse auf. Kurz, sie bessern die ernüchternde Bilanz der im übrigen ART-Bereich schon seit 2 Jahren eingeführten Biotüte wesentlich auf.

 

In der Bredouille

Was also tun? Dem Umweltgewissen folgen und die Tüte zu den Sammelcontainern bringen aber damit zu einer möglichst günstigen Bilanz der Biotüte und möglicherweise zu ihrer endgültigen Einführung beitragen?

 

Oder sich mal einige Zeit über das Umweltgewissen hinwegsetzen, um die letztlich für die Umwelt bessere Biotonne zu erreichen und deswegen den Bioabfall zeitweise in der Restmülltonne entsorgen?

 

Eine schwierige Entscheidung.

Lesen Sie zu diesem Beitrag auch die folgende Meldung:

Streit um die Biotonne   29.02.2020

Im Streit um die Biotonne in der Region Trier war der Beauftragte der NABU-Gruppen der Region Trier zu Gast beim Offenen Kanal Trier, OK54. Knapp 50 Minuten lang stand er dem OK54- ...

       

      Streit um Biotonne 29.02.2020

 

Im Streit um die Biotonne in der Region Trier war der Beauftragte der NABU-Gruppen der Region Trier, Hans-Peter Felten, zu Gast beim Offenen Kanal Trier, OK54. Knapp 50 Minuten lang stand er dem OK54-Redakteur Sebastian Lindemans Rede und Antwort in Sachen Biotonne und Biotüte.

 

Im Einzelnen legte der NABU-Beauftragte dar:

  • Seit 01.01.2015 besteht die gesetzliche Verpflichtung, Bioabfälle getrennt von Restabfall einzusammeln. Nach einem im September 2015 zwischen dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord abgeschlossenen Vergleich sollte dazu das bisherige Abfallsystem des ART an das Modell Trier Plus angepasst werden. Dies geschah allerdings erst ab 01.01.2020. Zeitgleich führte der ART ein weiteres System ein, das System Biotüte.
  • Das System Biotüte ist charakterisiert durch die Ausgabe von Biotüten. Diese können in die zahlreichen, in den Ortschaften stehenden Sammelcontainer eingeworfen werden. Auch das Modell Trier Plus sieht die Ausgabe von Biogutsammelbeuteln vor, wobei die andere Bezeichnung nicht entscheidend ist. Entscheidend ist, dass das Modell Trier Plus keine Aufstellung von Sammelcontainern in den Ortschaften vorsieht, sondern an den Grüngutsammelstellen. Wie der ART darlegt, soll dies der Verbesserung des Servicekomforts durch den Ausschluss von Geruchs- und Ungezieferbelästigung dienen.
  • Im Gegensatz zum vereinbarten Modell Trier Plus ist das System Biotüte kein Bestandteil des als „Einigung Bioabfallverwertung“ bezeichneten Vergleichs zwischen ART und SGD und auch kein Bestandteil des von den 4 Kreistagen und vom Stadtrat Trier beschlossenen und zum 01.01.2020 umgesetzten ART-Logistikkonzeptes 2020. Ein Mandat des ART, zusätzlich zum Modell Trier Plus noch die Biotüte einzuführen, liegt somit nicht vor. Ohne Mandat besteht nach Ansicht des NABU auch keine Berechtigung der ART-Geschäftsführung, die mit der Einführung der Biotüte verbundenen erheblichen Kosten aufwenden zu dürfen.

 

Der NABU plädiert nun keineswegs für die Einführung des Modells Trier Plus. Denn dieses ist mit einem noch stärkeren Individualverkehr verbunden. Der Vergleich des Modells Trier Plus mit dem System Biotüte diente alleine dem Nachweis, dass der ART ohne Mandat ein anderes untaugliches System eingeführt hat.

 

 Beide Systeme sind nicht geeignet, der gesetzlichen Vorgabe, Restmüll und Bioabfall getrennt zu sammeln, zur Geltung zu verhelfen. Beide sind freiwillige Systeme. Wer nicht mitmachen will, macht halt nicht mit und hält sich an das, was der ART schon kurz nach Einführung des Systems Biotüte am 08.02.2018 im Biotütenforum mitteilte: „Die Biotüte ist in der Tat ein freiwilliges System. Es ist Ihnen daher unbenommen, weiterhin Bioabfälle mit dem Restmüll zu entsorgen.“

 

Der NABU appelliert daher an die Verantwortlichen in den Räten und Behörden, das Trauerspiel Biotüte baldigst zu beenden und durch die Einführung der Biotonne, der Verpflichtung zur getrennten Erfassung von Bioabfall rechtskonform nachzukommen.

 

Schauen Sie sich das Video an und erfahren Sie mehr zur Biotüte und Biotonne!

Lesen Sie auch folgenden Beitrag:

Biomüllschwindel: Widerstand gegen Biotüte formiert sich 14.12.2019

Die Umsetzung des Modells Trier Plus des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier (ART) hat zur Abschaffung der seit über 2 Jahrzehnten im Landkreis Vulkaneifel etablierten Biotonne ...

  Pflegeeinsatz im Mosbrucher Weiher   11.02.2020

           Mittagspause - Zeit, sich zu stärken und miteinander zu reden.

Der jüngste Pflegeeinsatz der NABU-Gruppe Daun im Mosbrucher Weiher war so ganz anders als die bisherigen Einsätze. Waren die NABU-Mitglieder bis dahin zumeist alleine und erhielten nur selten weitere Unterstützung, so war es diesmal ganz anders. Schon am Treffpunkt konnte NABU-Vorsitzender Sepp Wagner den Mosbrucher Ortsbürgermeister Jürgen Gitzen mitsamt Gemeinderat begrüßen, dazu weitere Helfer aus Mosbruch und Umgebung. Alle waren bestens ausgerüstet mit Motorsägen, Freischneidern oder Gebläsen, so dass eine Fläche in bis dahin noch nie erreichter Größe freigestellt werden konnte.

 

Aber nicht nur das Ergebnis der Freistellungsarbeiten war großartig. Das große Interesse der Mosbrucher an ihrem Weiher erfreute ganz besonders die NABU-Leute. Bei der praktischen Arbeit wurde ganz deutlich, woran es bei diesem unter Naturschutz stehenden Moor hapert. Es fehlt Wasser. Daran leiden besonders die torfbildenden Torfmoose. Andere seltene Pflanzen, wie z.B. die Wundersegge, kümmern unter der Beschattung durch Büsche und Bäume. So wurde zwangsläufig beim zweiten Frühstück und auch beim Mittagessen kräftig darüber diskutiert, wie man hier Besserung schaffen könne. Der NABU freut sich über die Bereitschaft der Helfer, sich mit Rat und Tat in die Bewältigung der Probleme einbringen zu wollen. So könne es gelingen, meinte Vorsitzender Sepp Wagner, gemeinsam die großen Probleme des Naturschutzgebietes einer Lösung näherzubringen.

Lesen Sie zu diesem Beitrag auch die folgenden Meldungen:

Mosbrucher Weiher: Rundweg eröffnet   06.07.2017

Am vergangenen Sonntag wurde ein im Rahmen des EU-Life Projekts „Moore“ angelegter neuer Rundweg um den Mosbrucher Weiher. Der Rundweg führt um ein neuer Rundweg...

Mosbrucher Weiher: Neuer Infoweg   25.06.2017

Mehrfach hatte der NABU-Daun schon Pflegemaßnahmen im Mosbrucher Weiher durchgeführt. Nun wurde ein neuer Rundweg mit vier Infostellen eingerichtet. Die offizielle ...

Mosbrucher Weiher: Die Wunder-Segge im Fokus   01.11.2016

Ein weitgehend noch unentdecktes und bisher auch unzureichend gewürdigtes Kleinod des Naturschutzes stellt das Moor des Mosbrucher Weihers im Naturschutzgebiet (NSG) ...

NSG Mosbrucher Weiher: Mehr Wasser und mehr Licht   10.03.2014

Seit 2011 läuft das EU-Life-Projekt Moore, das den Erhalt bzw. Wiederherstellung von Mooren zum Ziel hat. Im vergangenen Monat wurden nun auch im NSG Mosbrucher...

 NABU-Gruppen sagen NEIN zur Biotüte   30.01.2020

                          Straße der Biotüten-Sammelcontainer in Daun

Aus Umweltgründen lehnen die NABU-Gruppen der Region Trier, Daun, Kylleifel, Südeifel und Wittlich gemeinschaftlich das vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) eingeführte Bringsystem für Bioabfälle (Biotüte) ab.

 

Trierer Sonderweg

 

Abgesehen von den mit der Nutzung der Biotüte für die Bürger verbundenen Unannehmlichkeiten sind es vor allem der mit dem System verbundene Individualverkehr, die fehlende Rückführung der Bioabfälle in den Naturkreislauf und die offensichtliche Missachtung gesetzlicher Vorgaben, die aus Sicht eines Naturschutzverbandes gegen die Biotüte sprechen. Der NABU fordert daher den ART und die politischen Entscheidungsträger auf, das Modell Trier Plus mit Biotüte aufzugeben und stattdessen die Biotonne baldmöglichst im gesamten ART-Bereich einzuführen. Damit könnte der ART auch seinen Sonderweg in Sachen Bioabfallbeseitigung beenden. Denn einzig und alleine im Bereich des ART sowie im benachbarten Kreis Birkenfeld gibt es in Rheinland-Pfalz ein solches Bringsystem wie die Trierer Biotüte. Ansonsten ist in allen anderen rheinland-pfälzischen Kreisen und Städten die Biotonne etabliert.

 

Zusätzlicher Individualverkehr

Damit das Trierer System überhaupt richtig funktionieren könnte, müssten es alle Bürger nutzen. Dies würde jedoch zu einem enormen Individualverkehr führen. Dies ist in einer Zeit, in der im Hinblick auf den Klimawandel alle Anstrengungen unternommen werden müssen, den Individualverkehr zurückzuführen, völlig inakzeptabel. Die Vorschläge des ART zur Vermeidung dieses Individualverkehrs sind realitätsfern.

 

Entsorgung in der Restmülltonne

Beteiligen sich die Bürger wegen den mit der Biotonne verbundenen Unannehmlichkeiten jedoch nicht und entsorgen stattdessen ihr Biogut in die Restmülltonne, geht es auf dem Umweg über die mechanisch-biologische Trocknungsanlage (MBT) in Mertesdorf als Ersatzbrennstoff in Kraftwerken in Flammen auf. Der Gesetzgeber hingegen verlangt eine Rückführung der wertvollen Ressource Bioabfall in den Naturkreislauf. Deswegen fordert der Gesetzgeber, dass Bioabfälle getrennt vom Restmüll einzusammeln sind.

 

Rechtliche Bedenken

Der ART selbst teilt in seinem  Internetforum Biotüte mit, wegen der gesetzlichen Verpflichtung „dürfte es keine Kommunen mit gemeinsamer Einsammlung geben“. Aber es gibt sie: Trier, Konz, Bitburg, Daun, Wittlich, Saarburg und all die vielen hundert Kommunen der zugehörigen Landkreise. Dort können Küchenabfälle und Nahrungsreste gemeinsam mit Restmüll in der Restmülltonne entsorgt werden. Die Abfallverordnung des ART lässt es zu. Es stellt sich daher die Frage, ob das ART-Modell überhaupt rechtskonform ist.

 

Positive Erfahrungen mit Biotonne

Die positiven Erfahrungen, die die Bürger des Landkreises Vulkaneifel in den letzten rund 20 Jahren mit der Biotonne gemacht haben, belegen nachdrücklich, wie wenig stichhaltig die Argumente waren, mit denen seinerzeit die Biotonne im übrigen Trierer Raum verunglimpft wurde – Stichwort „stinkende Madentonne“. Wir bitten Sie daher, sehr geehrtes Kreistagsmitglied, sich nicht nur für die Beibehaltung der Biotonne im Landkreis Vulkaneifel einzusetzen, sondern auch für deren Einführung im gesamten Bereich des ART.

 

Lesen Sie auch folgende Beiträge:

Biomüllschwindel: Widerstand gegen Biotüte formiert sich 14.12.2019

Die Umsetzung des Modells Trier Plus des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier (ART) hat zur Abschaffung der seit über 2 Jahrzehnten im Landkreis Vulkaneifel etablierten Biotonne ...

Die Biotüte im Forum Daun   29.10.2019

„Das wird kein Testlauf, die Ergebnisse der Untersuchung werden zu keiner Veränderung des Beschlossenen führen“, diese, so im TV vom 26.10.2019 wiedergegebene Äußerung des Daun ..

Der Biomüllschwindel   18.09.2019

In unserer vorigen Meldung vom 04.09.2019 haben wir vom Beschluss des Kreistages Vulkaneifel zur Abschaffung der Biotonne berichtet und uns dabei jeglicher Meinungsäußerung ,,,

Jahresprogramm 2020 erstellt   25.01.2020

 

Auch für das Jahr 2020 hat die NABU-Gruppe Daun wieder ein attraktives Jahresprogramm aufgestellt.

Von April bis November findet monatlich eine Veranstaltung oder eine Aktion statt. Dabei wechseln Pflegeeinsätze mit Wanderungen oder Vorträgen ab. Schwerpunkt bilden dieses Jahr die Themen Landwirtschaft und Naturschutz sowie Umgang mit den Lebensräumen aus Menschenhand, die durch den Gesteinsabbau entstanden sind. Viele Gelegenheiten also, Interessantes von und in der Natur zu erfahren und die Schönheiten und Besonderheiten der jeweiligen Exkursionsziele zu erleben.

Die Einladung zur Teilnahme richtet sich nicht nur an die Mitglieder des NABU, sondern auch an alle übrigen interessierten Naturfreunde. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist stets kostenlos. Ein Heft mit der vollständigen Veranstaltungsübersicht geht den NABU-Mitgliedern demnächst per Post zu. Die einzelnen Termine können Sie bei "Veranstaltungen/Termine" einsehen. Zum Herunterladen der online-Version klicken Sie bitte hier.

                     Nachruf

 

Große Betroffenheit und Trauer empfinden wir über den Tod unseres langjährigen Vorstandsmitgliedes

 

              Joachim Lange

 

Achim liebte die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren. Seine besondere Liebe galt den Mooren und alten Eichenwäldern. An dieser Liebe, wie auch an seinem enormen Wissen ließ er die Naturfreunde vieler NABU-Exkursionen teilhaben und weckte so auch bei anderen Interesse für die Natur. Dort aber, wo es darauf ankam, argumentativ für die Rechte der Natur und die Erfordernisse des Naturschutzes zu streiten, tat Achim dies nachdrücklich.

 

Nicht nur mit Worten setzte er sich für die Natur ein. Mit entsprechenden Werkzeugen tatkräftig für die Natur zu arbeiten, auch das war ihm ein Anliegen. Zu rufen, brauchte man Achim nicht. Er sah, was Not tat und packte an. So freuten wir uns mit ihm, als im vergangenen Jahr seine Kraft Schritt für Schritt zurückzukommen schien. Daher konnte er auch wieder bei den zahlreichen Pflegeeinsätzen wie zuletzt am Mosbrucher Weiher und Weinfelder Maar aktiv sein.

 

Das Projekt Maubachtal stieß er ebenfalls an und brachte es schon weit voran. Er wird es nicht mehr abschließen können und hinterlässt nicht nur deswegen in unserem Vorstand eine riesige Lücke. Achim, wir haben dich als feinen Menschen und guten Freund kennengelernt. Wir vermissen dich sehr.

 

Seiner Familie sprechen wir unser tiefempfundenes Mitgefühl aus.

 

Der Vorstand für die NABU-Gruppe Daun

 

Biomüllschwindel: Widerstand gegen Biotüte formiert sich  14.12.2019

      Im Landkreis Vulkaneifel ein Bild aus vergangenen Tagen

Die Umsetzung des Modells Trier Plus des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier (ART) hat zur Abschaffung der seit über 2 Jahrzehnten im Landkreis Vulkaneifel etablierten Biotonne geführt. Dies hat eine riesige Entrüstung und nicht minder riesige Proteste bei den Bürgern hervorgerufen. Zwar soll nun Biogut in Tüten gesammelt und dann von den Bürgern selbst zu Sammelstellen gebracht werden, letztendlich stellt das Ganze aber einen Schritt in die Vergangenheit dar. Denn nun dürfen Bioabfälle wieder in der Restmülltonne entsorgt werden. Der Unmut der Bürger führte nun zur Gründung der „Interessengemeinschaft für den Erhalt der Biotonne in der Vulkaneifel“. Als ersten Schritt legt die IG in einem Schreiben an den Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, ihre Beweggründe dar und zeigt die Schwachstellen des Trierer Modells und seine Unterlegenheit gegenüber der Biotonne detailliert auf. Die IG fordert daher, dem geplanten Systemwechsel die noch ausstehende Genehmigung zu verweigern.

 

Lesen Sie das Schreiben der IG an den Präsidenten der SGD Nord und klicken Sie hier.

 

Informieren Sie sich auch in früheren Beiträgen des NABU über die Hintergründe:

 

Die Biotüte im Forum Daun   29.10.2019

 

Der Biomüllschwindel   18.09.2019

 

 

 Wir fahren zur Schwäbischen Alb und an die Donau

 

  - Naturkundliche Exkursion des NABU vom 21.05. – 24.05.2020

                               (Christi Himmelfahrt)

Nach den äußerst erfolgreichen Fahrten nach Berlin mit den Folgelandschaften des Braunkohlentagebaus 2005, in den Nationalpark Unteres Odertal 2008 sowie nach Jena mit dem Schwerpunkt Salziger See und Leutratal 2014 laden die Eifeler NABU-Gruppen Daun, Kylleifel und Südeifel erneut zu einer interessanten Fahrt ein. Organisiert vom Eifelreisebüro Valerius, Hillesheim, in Zusammenarbeit mit der NABU-Gruppe Kylleifel, geht es diesmal in einer viertägigen Fahrt an die Donau nach Ulm. Ulm ist dann der Ausgangspunkt für Fahrten zu attraktiven Naturschutzzielen im Bereich Schwäbische Alb und Donauauen.

 

Programm

Den Anreisetag nutzen wir zum Besuch folgender Ziele:

  • Ehemaliger Truppenübungsplatz Hirschacker – Ein Teil des 96 ha großen ehemaligen Truppenübungsplatzes in der Nähe von Schwetzingen gehört heute der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Das Gebiet ist der größte Sandlebensraum in Baden-Württemberg.
  • Randecker Maar – Das Randecker Maar, ein ehemaliger Vulkanschlot am Trauf der Schwäbischen Alb, stellt einen Hot Spot des Vogelzuges und auch das wichtigste Forschungszentrum für den Vogelzug in Deutschland dar.

 

Am 2. Tag geht es zum Federsee und damit zu den Anfängen des NABU. Hier erwarb bereits 1911 die Gründerin des damaligen Deutschen Bundes für Vogelschutz, heute NABU, Lia Hähnle, die ersten 16 ha Riedwiesen, um sie dauerhaft für die Natur zu bewahren. Der Erwerb wertvoller Flächen, um diese zu erhalten und zu gestalten, ist auch heute noch ein Schwerpunkt der Arbeit des NABU. Am Federsee besuchen wir auch die als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichneten Pfahlbauten.

 

Der 3. Tag ist ganz den Sehenswürdigkeiten in den Donauauen mit Auenwäldern, Mooren und dem renaturierten Plessenteich, einem 26 ha großen ehemaligen Baggersee, gewidmet.

 

Am 4. Tag steht unter dem Motto „Streuobst und Naturschutz“ die Erkundung der Natur in einem von Menschenhand geschaffenen Lebensraum auf dem Programm sowie der Besuch einer Mosterei.

 

Auch der Besuch des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren mit seiner „Venus vom Hohle Fels“, der über 30.000 Jahre alten und damit weltweit ältesten Darstellung einer Frauenfigur steht auf dem Reiseprogramm.

 

Unterbringung

Unser Hotel ist das familiengeführte  3 Sterne Hotel Seligweiler. Es liegt

verkehrsgünstig ca. 8 km vom Zentrum von Ulm entfernt. Alle 161 Hotelzimmer haben ein eigenes Bad mit Dusche oder Badewanne. Telefon, Fernseher und Internet-Zugang via Wi-Fi gehören zur Grundausstattung aller Zimmer. Bereits inklusive sind sowohl das Frühstück am Buffet als auch der Spa-Bereich. Das Hotel verfügt zudem über 3 Restaurants, eine Café- und eine Hotelbar.

 

Leistungen

  • Fahrt im modernen Reisebus der Fa. Niesen/Birresborn
  • 3 x Übernachtung/Frühstück im Hotel Seligweiler, Ulm
  • 1 gemeinsames Abendessen
  • Ausflüge und Exkursionen lt. Programm
  • Reisebegleitung: Dr. Clemens Hackenberg, NABU-Kylleifel

Reisepreis

Pro Person im Doppelzimmer 389,00 €

Einzelzimmerzuschlag 55,00 €

Ermäßigung für NABU-Mitglieder 20,00 €

Mindestteilnehmerzahl 25
 

Abfahrt: 21.05.2010,  7:00 Uhr, Hillesheim, Busbahnhof mit Zusteigemöglichkeiten in Dockweiler, Daun, Rasthof Mehren

 

Rückkehr: 24.05.2019, gegen 19:00 Uhr, Hillesheim bzw. den Zusteigemöglichkeiten

 

Anmeldung

Reisebüro Valerius

Am Markt 9

54576 Hillesheim

Tel. 06593-1626

Fax. 06593-9333

Mail: info@eifelreisebuero.de

 

Neben den NABU-Mitgliedern sind auch Nichtmitglieder zur Teilnehme herzlich eingeladen.

 

Bei Rückfragen zum Programm wenden Sie sich bitte an Dr. Clemens Hackenberg, Feusdorf, Tel. 06597-961694.

  NABU-Vorschlag zum Kreisentwicklungskonzept Vulkaneifel   07.11.2019

 

           Der Sassenberg prägt die Senke des Kirchweiler Rohrs

In einer zurückliegenden Sitzung hat der Kreistag Vulkaneifel beschlossen, ein Kreisentwicklungskonzept zu erstellen. In diesem sollen die Vorstellungen des Landkreises hinsichtlich der Rohstoffgewinnung dargelegt werden. NABU-Daun und NABU-Kylleifel sind der Auffassung, dass in diesem Kreiskonzept ein endgültiges Ende des Abbaus von Lava und Basalt im Kreisgebiet in die Wege geleitet werden sollte. Ergänzend haben die beiden Gruppen einen konkreten Vorschlag unterbreitet, wie die Kreisverwaltung mit den ihr eigenen Möglichkeiten landschaftsprägende Berge vor dem Abbau bewahren kann. Der Vorschlag wurde inzwischen der Verwaltung wie auch den Kreistagsfraktionen zugeleitet.

 

Kreisforderung bleibt wohl unberücksichtigt

Der Kreis hat gegenüber der für die Aufstellung des neuen Raumordnungsplans zuständigen Planungsgemeinschaft (PLG) gefordert, die im agl-Konzept aufgeführten Bedingungen für den Raum mit besonderem Koordinierungsbedarf auf das gesamte Kreisgebiet auszuweiten. Mit dieser Ausweitung würde der gesamte Kreis zu einem faktischen Ausschlussgebiet Rohstoffsicherung, so dass ein weiterer Gesteinsabbau über die im kommenden Raumordnungsplan genehmigten Flächen hinaus nur noch über Zielabweichungsverfahren zu erreichen wäre.

 

Eine deutliche Ausweitung des Raums mit besonderem Koordinierungsbedarf hatte der NABU bereits in seiner Stellungnahme vom 10.10.2018 gefordert. Dies wurde jedoch seitens der PLG abgelehnt, da die maßgebenden „Belastungs- und Wertemerkmale“ nicht durchgängig vorlägen. Diese sind:

Kernbereich Landschaftsbild

Schutzbereich für das Mineralwasser

Dichte der bereits genehmigten Abbaugebiete (Vorbelastung)

 

Sofern die PLG ihre Kriterien nicht ändert, wofür keine Hinweise vorliegen, wird sie auch die Forderung des Kreises ablehnen (müssen). Auf diese Art und Weise wird sich daher weder ein Ende des Abbaus vulkanischen Gesteins noch der Erhalt weiterer Vulkanberge erreichen lassen.

 

Alternativvorschlag des NABU

Im Gegensatz zur Raumplanung, bei der der Kreis keine Entscheidungsbefugnis besitzt, hat er die Befugnis, Gebiete oder Einzelobjekte als Naturdenkmale (ND) auszuweisen. Nachdem zu erwarten ist, dass die PLG die Bestimmungen für den Raum mit besonderem Koordinierungsbedarf nicht auf den gesamten Kreis ausdehnen wird, schlägt der NABU vor, dass der Kreis von seiner Befugnis zur Ausweisung von ND Gebrauch macht und die vulkanischen Erscheinungen, die auch weiterhin das Aussehen des Landkreises Vulkaneifel prägen sollen, als großflächige Naturdenkmale ausweist. Dem Vorschlag ist eine Tabelle mit 30 Landschaftselementen beigefügt, die für das vulkanische Aussehen der Vulkaneifel bedeutsam sind und die alle als ND geschützt und dauerhaft dem Landschaftsbild erhalten werden sollen! Einige von ihnen weisen punktuell bereits ND auf, sind aber nicht als Ganzes geschützt bzw. der geschützte Bereich ist zu gering bemessen. In diesem Fällen ist eine Anpassung der ND-Verordnung erforderlich.

 

Vulkanberge, die als Naturschutzgebiete (NSG) geschützt sind, oder bei denen die als ND geschützte Fläche ausreichend bemessen erscheint, wurden nicht in der Tabelle berücksichtigt.

 

Zur Ausweisung als ND werden vorgeschlagen:

Aarley bei Üdersdorf, Altburg bei Schalkenmehren, Alter Voss/Bickenberg bei Berlingen/Hohenfels, Arensberg bei Zilsdorf, Asseberg bei Daun-Waldkönigen, Auf der Wacht bei Daun-Waldkönigen, Baarlei bei Pelm, Buerberg bei Schutz, Burlich bei Bewingen, Goosberg bei Daun-Steinborn, Gyppenberg bei Hohenfels-Essingen, Hardt bei Mehren, Hasenberg bei Trittscheid, Hoher List bei Schalkenmehren, Hummerich bei Utzerath, Kasselburger Hahn bei Pelm, Katzenberg bei Basberg, Koppberg bei Daun, Krekelsberg/Dietzenlei bei Büscheich, Löhlei bei Üdersdorf, Mühlenberg bei Hohenfels-Essingen, Riemerich bei Daun-Neunkirchen, Rockeskyller Kopf/Griesenheld bei Rockeskyll, Roßbüsch bei Kalenborn-Scheuern, Rother Hecke bei Gerolstein, Rother Kopf bei Roth, Sassenberg bei Berlingen, Scharteberg bei Kirchweiler, Steineberger Lei bei Steineberg, Wetschberg/Mühlenberg bei Oberbettingen.

 

Bedeutung von Abgrabungen für den Artenschutz

Abgrabungen (Gruben und Brüche) stellen nicht nur optisch eine Besonderheit in der Landschaft dar. Sie stellen Sonderstandorte dar, in denen, anders als in der umgebenden Kulturlandschaft, weder Herbizide noch Insektizide zum Einsatz kommen. Somit können sich auf den entstandenen Rohböden standorttypische Blütenpflanzen ansiedeln. Als Folge davon stellt sich eine artenreiche Insektenfauna ein. Auch Reptilien, Amphibien und felsbrütende Vögel werden durch Brüche und Gruben begünstigt. Der amtliche Naturschutz hat die Bedeutung der Abgrabungen für den Artenschutz schon vor Jahren erkannt und folgerichtig mehrere Steinbrüche des Landes unter Naturschutz gestellt.

 

Die Abgrabungen des Landkreises Vulkaneifel bilden hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Artenschutz keine Ausnahme. Dennoch fand in der öffentlichen Diskussion dieser Aspekt der Abgrabungen bisher wenig Beachtung. Unter dem in der Tat beklagenswerten Verlust bereits mehrerer markanter Vulkanberge und dem von vielen Menschen als Mondlandschaft empfundenen Aussehen der Abgrabungen ging die ungeheure Bedeutung der Abgrabungen für den Artenschutz bisher völlig unter.

 

 Lesen Sie zur Bedeutung von Abgrabungen auch unseren Beitrag vom 23.04.2019 „Rettet die Bienen! Rettet die Steinbrüche und Lavagruben?

 

Pflege der Abgrabungen erforderlich

Mit fortschreitender Sukzession büßen Abgrabungen jedoch viel von ihrer Bedeutung für den Artenschutz ein. Der NABU führt daher seit vielen Jahren schon Pflegeeinsätze in stillgelegten Steinbrüchen und Gruben durch, um sie in ihrer Wertigkeit zu erhalten. Auch die in diesem Jahr begonnene Beweidung des Vulkangartens bei Steffeln sowie das beispielhafte Engagement der Ortsgemeinde Schönbach zur Beweidung des Kreuzberges dienen diesem Zweck. Weiterhin ist hier zu erwähnen, dass auch Abbauunternehmer in ihren Gruben ähnliche Maßnahmen durchgeführt haben, ohne dass dazu eine gesetzliche Verpflichtung vorgelegen hätte.

 

Der NABU schlägt daher vor, im Kreisentwicklungskonzept Maßnahmen vorzusehen, die dem Erhalt und der Pflege von Abgrabungen dienen. Die Federführung in dieser Angelegenheit könnte idealerweise beim Natur- und Geopark Vulkaneifel in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde liegen.

 

Zum vollständigen Vorschlag mitsamt der Liste der zur Ausweisung als ND vorgeschlagenen Landschaftselemente geht es hier.

 

    Die Biotüte im Forum Daun  29.10.2019

 

Das wird kein Testlauf, die Ergebnisse der Untersuchung werden zu keiner Veränderung des Beschlossenen führen“, diese, so im TV vom 26.10.2019 wiedergegebene Äußerung des Dauner Landrates zu möglichen Auswirkungen der wissenschaftlich Begleitung des Systems Biotüte durch das Witzenhausen-Institut, erstaunte die zahlreichen Besucher der TV-Veranstaltung im Dauner Forum in doppelter Hinsicht. Wozu braucht man überhaupt eine teure wissenschaftliche Begleitung, wenn deren Ergebnisse zu keinerlei Folgen führen? Vor allem hatte vor einigen Wochen der Geschäftsbereichsleiter Umwelt der KV Vulkaneifel im TV noch dargelegt, dass negative Ergebnisse dieser Untersuchung zu einer „Wiederauferstehung“ der Biotonne führen könnten. Eine dritte Version, wer eigentlich über Biotonne oder Biotüte entscheidet, bietet der Geschäftsführer des ART an. In der Information „Tüte statt Tonne für Nahrungs- und Küchenabfälle“ vom 14.02.2018 auf der ART-Website betont er, dass die Diskussion über die Biotonne durch eine hohe Akzeptanz der Biotüte vermieden werden könne und wird wie folgt zitiert: „Die Entscheidung, ob die Tonne kommt, liegt somit in der Hand der Bürgerinnen und Bürger.“

 

Inszenierter Bürgerunmut

In derselben Information kann angeblich der Leser auch erfahren, warum der ART die Biotüte nicht aber die Biotonne eingeführt hat. Dabei werden Bioabfälle üblicherweise – wie der ART selbst ausführt – per Biotonne eingesammelt. Eine große Anzahl Bürgerinnen und Bürger, so der ART, lehne die Biotonne ab. Sie hätten ihren Unmut unter anderem in einer Onlinepetition unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Hier argumentiert der ART mit einem Unmut, den seine Unterstützer aus parteipolitischem Interesse (keine rot-grüne Madentonne) erst selbst ins Leben gerufen haben. Unterstützung erhielten die Biotonnengegner auch aus verschiedenen Kommunen. So manches der dabei vorgebrachten Argumente kann seinen Urheber nicht verhehlen. Fast wortgleich findet man Gleiches in den Darlegungen des ART.

 

Wie wenig tauglich die von den Biotonnengegnern ins Leben gerufenen Beschwerden sind, belegt der LK Vulkaneifel. Dort gibt es riesige Proteste gegen die geplante Abschaffung der vor mehr als 20 Jahren eingeführten Biotonne.

 

Der wahre Grund der Ablehnung

Den wahren Grund der Ablehnung der Biotonne teilte der ART schon Jahre zuvor der SGD mit. So ließ er die Behörde bereits 2013 wissen, die im Kreislaufwirtschaftsgesetz gesetzlich vorgeschriebene getrennte Erfassung von Bio- und Restmüll gelte nicht für den ART. Das im Raum Trier praktizierte Verfahren, wobei Bioabfälle zusammen mit Restabfall eingesammelt werden und dann in der ART-eigenen mechanisch-biologischen Trocknungsanlage (MBT) in Mertesdorf zur Herstellung von hochwertigem Ersatzbrennstoff genutzt werden, entspreche den gesetzlichen Vorgaben. Es bestehe daher keine Verpflichtung zur getrennten Erfassung von Biomüll. In all den Jahren aber kein einziges Wort über zu erwartenden Bürgerunmut. Dies änderte sich erst, als der Parteifreund des ART Geschäftsführers, der CDU Landtagsabgeordnete Michael Billen kurzerhand befand: „Unsere Bürger bekommen keine rot-grüne Madentonne vor die Tür gestellt“. Der damals rot-grünen Landesregierung kündigte er zudem an, ihre rot-grüne Madentonne zum Wahlkampfthema zu machen, sofern sie für den Raum Trier eingeführt werden sollte.

 

(Anmerkung: Die „rot-grüne Madentonne“ ist eine böswillige Verfälschung der Fakten. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz, auf das die Einführung der Biotonne zurückgeht, wurde von der damaligen schwarz-gelben christlich-liberalen Koalition beschlossen)

 

MdL Billen handelt mit der SGD einen Kompromiss aus

Mit dem MdL Billen als Verhandlungsführer der Biotonnengegner vereinbarte die SGD im September 2015 schließlich einen Kompromiss. Die sinnvolle Angleichung des damals praktizierten Trierer Systems – alle Bioabfälle in die Restmülltonne – an die verpflichtende Biotonne im LK Vulkaneifel, kam für die Biotonnengegner auf keinen Fall in Frage. Zu sehr hatte man doch in der Öffentlichkeit die Biotonne als ein Riesenübel hingestellt. So entwickelte man das Modell Trier Plus (MBT+ Botüte). Nur, mitmachen muss dabei niemand! Wer will, entsorgt in Übereinstimmung mit der Abfallordnung seinen Biomüll weiterhin in der Restmülltonne. Die Biotüte besitzt somit eine reine Alibifunktion, um der Verpflichtung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zur getrennten Erfassung des Bioabfalls zumindest pro forma Genüge zu tun.

 

Wirklich gesetzeskonform?

Ob das Modell Trier Plus aber tatsächlich den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes entspricht, das soll wohl die wissenschaftliche Begleitung erweisen. Diese läuft bis Ende 2019. Aber bereits jetzt verkündet der ART Erfolgsmeldungen und ist sich sicher, dass die Beurteilung des Modells Trier Plus positiv ausfallen wird. Dabei könnten vor allem die vorgesehene Bewertung der Bürgerakzeptanz und die Bewertung der Erfassungsleistung dem ART gefährlich werden. Ob wohl auch der LK Vulkaneifel in die geplanten repräsentativen Umfragen miteinbezogen wird und nicht nur der Raum Trier, wo man den Bürgern die Biotonne im wahrsten Sinne des Wortes madig gemacht hat? Der Vertreter des NABU auf dem Podium rief auf jeden Fall die Zuhörer auf, selbst die Initiative zu ergreifen und ihre Meinung direkt dem Witzenhausen-Institut zukommen zu lassen. Hier geht’s zum Kontaktformular Witzenhausen-Institut.

 

Inzwischen hat die Berichterstattung über die Abschaffung der Biotonne im LK Vulkaneifel auch Berlin erreicht. Ganz aktuell berichtet der NABU-Bundesverband in seinem Blog über die Vorgänge im LK Vulkaneifel. Lesen Sie dazu den Bericht „Alle(s) für die Biotonne“.

 

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom 18.09.2019 „Der Biomüllschwindel

 

Mehr zur Initiative "JA zur Biotonne für die Region ART Trier!" erfahren Sie hier..

   Am Kreuzberg bei Schönbach weiden Burenziegen 25.09.2019

Seit Samstag vergangener Woche beweiden 17 Burenziegen des Landwirtes Leo Kordel vom Partnerbetrieb Naturschutz Weinfelder Hof, Mehren, 2 Hektar des ehemaligen Lavasandtagebaus am Kreuzberg bei Schönbach. Zweck dieses Beweidungsprogramms ist es, eine Verbuschung des Gebietes zu verhindern und so die ansonsten in der Natur seltenen Rohbödenstandorte, exponierte Flächen mit starker Wärmeeinstrahlung sowie Magerrasenbereiche zum Vorteil zahlreicher Insektenarten zu erhalten. Nicht nur die Natur hat einen Vorteil von dieser Maßnahme, sondern auch die Bevölkerung sowie Touristen, die auf dem vorbeilaufenden Täler- und Höhenweg unterwegs sind. Vom Gipfelkreuz des 516,5 m hohen Kreuzberges hat man nun wieder freien Blick über die Vulkaneifellandschaft bis weit in den Hunsrück hinein.

 

Die Vorgeschichte

Begonnen hatte alles im Jahr 2014 mit einer „Zukunftskonferenz“, bei der auf Anregung der VGV Daun im Gemeinderat und mit den Bürgern überlegt wurde, was man, nicht zuletzt im Hinblick auf den demographischen Wandel, tun könne, um die Attraktivität des Ortes zu steigern und auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Ortsgemeinde stärken könne. Dabei sei, so berichten es Ratsmitglieder, immer wieder auf den Kreuzberg hingewiesen worden. Dieser trug zwar seit 2006 wieder ein neues Kreuz, aber ansonsten war der Berg überwiegend verbuscht und zugewachsen. Nur noch wenig deutete auf den Teil der Schönbacher Geschichte hin als am Kreuzberg noch Lavasand gewonnen worden war. Als ein Ergebnis der Beratungen und Gespräche kristallisierte sich die Absicht heraus, die verbliebene Lavaformation wieder sichtbar zu machen und den Aussichtspunkt „Eifelblick“ begehbar zu halten.

 

Die Maßnahmen

Sollen nicht immer wieder schweißtreibende menschliche Eingriffe erfolgen müssen, ist das dauerhafte Offenhalten von Landschaftsbereichen nicht ohne tierische Hilfe möglich. Um die tierischen Helfer jedoch sinnvoll einsetzen zu können, musste ein großer Teil des 2 ha großen Areals in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde erst einmal entbuscht werden. Nachdem dies 2017 geschehen war, kamen in der nachfolgenden Zeit der Bau einer Zaunanlage, Verlegung von Wasser und Strom sowie die Errichtung eines Unterstandes hinzu. Zuschüsse gab es dazu aus dem Förderprogramm des Landes „Aktion Grün“ und vom Natur- und Geopark Vulkaneifel. Die Initiatoren und die vielen freiwilligen Helfer steuerten nicht nur den Eigenanteil der Gemeinde in Form von annähernd 1.000 Arbeitsstunden bei, sie brachten auch das Stehvermögen und die Beharrlichkeit mit, ohne die ein solches Projekt nicht erfolgreich bewältigt werden kann.

 

Über die offizielle Eröffnung und Vorstellung des Weideprojektes am Kreuzberg werden wir Sie rechtzeitig an dieser Stelle unterrichten.

 

Schauen Sie sich unsere Bilderstrecke an und lernen Sie dabei den Kreuzberg etwas kennen sowie die Ziegen am Tag ihrer Freilassung am 21.09.2019.

 

 

Eine weitere Bilderstrecke über die Ziegen finden Sie auf der Website der Ortsgemeinde Schönbach. Klicken Sie hier.

 

Mehr über die Bedeutung von Abgrabungen für den Artenschutz finden Sie in unserem Beitrag vom 23.04.2019 „Rettet die Bienen! Rettet die Lavagruben und Steinbrüche?“ Klicken Sie hier.

   

   Der Biomüllschwindel   18.09.2019

                Wie glaubhaft ist diese ART-Werbung für die Biotüte?

 

In unserer vorigen Meldung vom 04.09.2019 haben wir vom Beschluss des Kreistages Vulkaneifel zur Abschaffung der Biotonne berichtet und uns dabei jeglicher Meinungsäußerung enthalten. Wie aber schon der Titel dieses Beitrags belegt, haben wir in dieser Sache eine klare Meinung. Das Modell Trier plus mit Biotüte bringt einen Schritt zurück zu längst Überholtem. Es eröffnet die Möglichkeit, wie früher, Bioabfälle zusammen mit dem Restmüll in einer Tonne zu entsorgen. Dann lautet die Endstation „verbrennen statt wiederverwerten“! Diesen Rückschritt in der Abfallentsorgung können wir nicht gutheißen.

 

Um aber nicht vorschnell zu einem Urteil zu gelangen, haben wir uns Zeit genommen und versucht, den Verlauf der Entwicklung von Anfang an zu rekonstruieren. Bei unserer Recherche haben wir Dokumente ausgewertet, die von der Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord auf ihrer Internetseite veröffentlicht wurden (Link unten). Die Veröffentlichung dieser Dokumente versuchte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) gerichtlich zu verhindern, scheiterte aber damit. Nachfolgend verstehen wir unter ART nicht nur den heutigen ART, sondern auch alle in ihm aufgegangenen Vorgängerorganisationen und seine Tochtergesellschaften.

 

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) als Ausgangspunkt

Zur Schonung natürlicher Ressourcen soll die Kreislaufwirtschaft durch das KrWG vom 01.06.2012 gestärkt werden. In der Abfallbeseitigung bekam damit die stoffliche Verwertung von Bioabfällen (Kompostierung) Vorrang vor der energetischen Verwertung (Verbrennung als Ersatzbrennstoff). Das KrWG legte fest, dass Bioabfälle spätestens ab 01.01.2015 getrennt von anderen Abfällen zu sammeln seien. Für den Landkreis Vulkaneifel brachte das keine Änderung. Dort gab es schon seit gefühlt „einer Ewigkeit“ die Biotonne. Im Raum Trier hingegen wanderten die Bioabfälle zusammen mit dem Restmüll in die Restmülltonne.

 

Die mechanisch-biologische Trocknungsanlage (MBT) Mertesdorf

Seit 2007 betreibt der ART eine MBT in Mertesdorf. Dort wird der Inhalt der Resttonne getrocknet. Dies geschieht mittels der Wärme, die durch den mikrobiellen Abbau des Bioabfalls entsteht. Der so behandelte Restabfall wird in Kraftwerken als Ersatzbrennstoff verbrannt. Dieses, vom ART kurz als integriertes Abfallmodell bezeichnete Sammel- und Verwertungsmodell sah der ART mit der Umsetzung des KrWG gefährdet. Denn dies hätte zum Sammeln der Bioabfälle in der Biotonne geführt mit anschließender Kompostierung statt späterer Verbrennung. Um dem zu begegnen, behauptete der ART, der Bioabfall sei „der Motor“ der MBT und machte so die Verbandsvertreter glauben, ohne Bioabfall funktioniere die MBT nicht. Aus dem Briefwechsel zwischen ART und SGD ist zudem zu schließen, dass der ART dies auch der Behörde gegenüber behauptet hat. Versuche, die die SGD in der MBT durchführen ließ, belegten jedoch, dass selbst bei einer separaten Erfassung von Bioabfall in der MBT ein vermarktbarer Ersatzbrennstoff erzielt werden kann. Dies ist auch dem ART bekannt. Gleichwohl ließ sich die einmal in die Welt gesetzte unzutreffende Aussage nicht wieder einfangen und wurde sogar noch vier Jahre später im Jahr 2019 anläßlich einer Informationstour des ART durch den LK Vulkaneifel zur Abschaffung der Biotonne ausgerechnet von dem für Öffentlichkeitsarbeit und Führungen durch die Mertesdorfer Anlage zuständigen Mitarbeiter unverändert vorgebracht. Der Feind des integrierten Trierer Abfallmodells hieß von Anfang an und bis heute „Biotonne“. Und diese Biotonne galt bzw gilt es weiterhin zu verhindern.

 

 

Die Biotonne wird zum Politikum

Noch bevor das Gesetz aber überhaupt erlassen worden war oder die SGD die entsorgungspflichtigen Organisationen über das kommende KrWG informiert hatte, wurde der ART im August 2011 bei der Wirtschaftsministerin des damals rot-grünen Kabinetts, Eveline Lemke, vorstellig und suchte dort um Unterstützung für das integrierte Trierer Sammelmodell nach. Damit war die Biotonne auf die politische Ebene gehoben und als rot-grüne Madentonne ein Fall für die Parteipolitik geworden.

 

Während das Land von Rot-Grün regiert wurde, war der Trierer Raum wie eh und je fest in schwarzer Hand. Von daher brauchte der ART dort erst gar nicht lange um Unterstützung zu werben. Denn manche der führenden Leute des ART gehörten zugleich der Partei an, die im Mainzer Landtag die größte Oppositionspartei stellte. Sehr deutlich wird dies in der Person des CDU-MdL Michael Billen, der den Eifelkreis Bitburg-Prüm im ART vertrat oder auch in der Person des Chefs des ART, Dr. Max Monzel, der später Chef der Trierer CDU wurde. In Folge erhielt nun der ART auch von parteipolitischer Seite Unterstützung in seinem Kampf gegen die Biotonne.

 

Wie handelt die SGD?

Als Obere Abfallbehörde ist die SGD verpflichtet, auf eine rechtskonforme Umsetzung des KrWG zu achten. Sie bemühte sich daher nach Kräften, dem Gesetz zur Geltung zu verhelfen und das getrennte Erfassen von Bioabfällen per Biotonne durchzusetzen. Aber schon im September 2011, noch bevor überhaupt das KrWG da war, lässt der ART die SGD wissen, dass er vorerst nicht beabsichtige, irgendwelche Änderungen vorzunehmen. Daraus entwickelt sich ein vier Jahre langer Streit zwischen SGD und ART. Immer wieder legt der ART dar, sein System sei dem Getrenntsammeln in einer Biotonne ökologisch mindestens gleichwertig. Er brauche daher Bioabfälle nicht getrennt zu sammeln. Später legt er zur Ergänzung vom bifa-Umweltinstitut erstellte Expertisen vor, die diese Auffassung stützen.

 

Über die erste vom bifa-Institut erstellte Ökoeffizienzanalyse urteilt die SGD im März 2014 wie folgt: „Die Studie vermittelt den Eindruck, dass Auswahl und Prüfung der Varianten nicht mit der für eine derart weitreichende Entscheidung notwendigen Ergebnisoffenheit vorgenommen wurden und möglicherweise das betriebswirtschaftliche Ergebnis zur bestimmenden Größe der Untersuchung gemacht wurde.“ Danach kommt es zu weiteren Besprechungen und weitere Schriftstücke werden ausgetauscht. In Folge legt der ART eine aktualisierte Version der von den Fachleuten der SGD verrissenen bifa-Ökoeffizienzanalyse vor. Auch in dieser wird die Auffassung des ART gestützt. Dies veranlasst im Juli 2014 die SGD, dem ART mitzuteilen, dass auch zusätzliche Stellungnahmen und Untersuchungen nicht den Nachweis der Gleichwertigkeit des bisherigen ART-Konzeptes gegenüber der getrennten Erfassung von Bioabfällen in der Biotonne erbringen könnten.

 

Im Oktober 2014 hat die SGD die Nase voll von dem ergebnislosen Hin und Her und kündigt den Erlass einer „Nachträglichen Anordnung“ an, in der das getrennte Sammeln sämtlicher Bioabfälle angeordnet wird. Das getrennte Sammeln hat bis spätestens 01.01.2017 zu erfolgen. Darauf folgen die zu erwartenden Reaktionen des ART: Fristverlängerung, Akteneinsicht usw. Als die SGD im November 2014 schließlich die angekündigte Anordnung erlässt, erfolgen neben einem Widerspruch die gleichen Reaktionen. Schließlich kommt es im September 2015 zu einem Vergleich.

 

Höhepunkt der parallel verlaufenden parteipolitischen Unterstützung

Mit der direkt an den Präsidenten der SGD gerichteten online Petition, „keine zwangsweise Aufstellung von Biotonnen in unserer Region anzuordnen“, hat 2014 der parteipolitische Gegenwind der „rot-grünen Madentonne“ fast seinen Höhepunkt erreicht. In dieser Petition werden die sattsam bekannten Vorurteile gegen die Biotonne kräftig geschürt, und all die angeblichen Unannehmlichkeiten kämen nur deswegen, „weil die Ministerialbürokratie in Berlin sich das ohne Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten ausgedacht hat“ – wie es in der Petition auch heißt. Flankierend dazu gibt es Initiativen in der örtlichen Presse wie „unsere Bürger bekommen keine Madentonne vor die Haustür gestellt“. Den Höhepunkt erreicht das Ganze schließlich mit der unverhohlenen Drohung, im Wahlkampf zur nächsten Landtagswahl die „rot-grüne Madentonne“ als Wahlkampfthema gegen die rot-grüne Mainzer Regierung in Stellung zu bringen. Auf der Internetseite des ART ist der Kampf gegen die Biotonne selbst heute noch nicht beendet!

 

Das Schweigen der damaligen Landesregierung und der Kompromiss

Was sich in der entscheidenden Zeit zwischen Erlass der Anordnung im November 2014 und dem Vergleich im September 2015 behördenintern, also zwischen SGD und dem Wirtschaftsministerium ereignet haben mag, dazu stehen auf der Internetseite der SGD keine Dokumente. Aber, es war Wahlkampfzeit! Im Mai 2016 sollte der nächste Landtag gewählt werden. Und das von der Opposition angekündigte Wahlkampfthema „Madentonne“ wollte die Landesregierung offensichtlich aus dem Weg räumen. So kam es im September 2015 zu einem Vergleich, in dem die Landesregierung offenbar auf das Getrenntsammeln sämtlicher Bioabfälle verzichtete, was zwangsläufig zur Einführung einer verpflichtenden Biotonne geführt hätte. Stattdessen kam es zu dem einvernehmlich abgestimmten Modell Trier plus – also bisheriges Trierer Modell plus Biotüte. Mit dem aus NABU-Sicht oberfaulen Kompromiss machte es die Landesregierung möglich, dass nun auch weiterhin Bioabfälle letztendlich verbrannt werden können, statt sie zu kompostieren und sie dem natürlichen Kreislauf wieder zuzuführen.

 

Was bringt nun der Vergleich?

Im Grunde genommen bringt er dem Landkreis Vulkaneifel einen Schritt dorthin, wo er vor Jahren schon mal war, und dem übrigen Verbandsgebiet des ART die Möglichkeit, dort zu bleiben, von wo der ART nie wirklich wegwollte: Wer will, kann im Raum Trier wieder alles, wie eh und je, in der Restmülltonne entsorgen und im LK Vulkaneifel ab 01.01.2020 dies auch wieder tun. Denn im Gegensatz zum benutzerfreundlichen Holsystem Biotonne, wo in der Tonne auch Platz für Gartenabfälle, Heckenschnitt usw. war, wo zudem jeder mitmachen musste, damit auch wirklich alle Bioabfälle erfasst wurden (Eigenkompostierer ausgenommen), beschränkt sich das weniger nutzerfreundliche Bringsystem Biotüte alleine auf das Sammeln von Küchenabfällen und Nahrungsresten. Die Kosten für die ständigen Fahrten zur Sammelstelle dürfen die Tütennutzer dann auch selbst tragen. In der Werbung des ART für die Biotüte heißt das dann "kostenlos". Auch die Freiwilligkeit der Biotüte betont der ART nach Kräften, weist allerdings pflichtschuldigst darauf hin, dass Biogut zu gut für die Tonne sei (s.o. Screen shot aus dem ART-Erklärvideo zur Biotüte).

 

Biotüte steht unter Vorbehalt

Nachdem der Kreistag Vulkaneifel in seiner Sitzung vom 02.09.2019 mit den Stimmen der Parteifreunde der Trierer Biotonnengegner und Zustimmung der FWG und auch der GRÜNEN beschlossen hat, die Biotonne ab- und die Biotüte anzuschaffen, kommt sie nun also ab 01.01.2020 auch in unseren Landkreis. Allerdings steht sie noch unter dem Vorbehalt des Nachweises ihrer Effizienz und ihrer Akzeptanz. Was Letzteres betrifft, soll man sich nur die zahlreichen Proteste des vergangenen Jahres aus dem Trierer Raum anschauen. Auch wenn diese Proteste inzwischen weniger geworden sind, bedeutet dies noch lange nicht, dass damit die Akzeptanz größer geworden ist. Man ist schnell des Protestierens müde und greift stattdessen zu praktischeren Lösungen. So wird es auch im Landkreis Vulkaneifel sein, wo aber die riesige Protestwelle gegen die Abschaffung der Biotonne belegt, wie akzeptiert die Biotonne im hiesigen Landkreis war. Ob aber nicht dennoch ein Institut der Biotüte die erforderliche Akzeptanz und Effizienz sowie die ökolgisch mindestens gleiche Wertigkeit wie die Biotonne bescheinigen wird?

 

Nach seinen Erfahrungen mit dem bifa-Institut, das stets die Auffassung des ART stützte, ist sich zumindest ART-Chef Monzel ganz sicher, dass es so kommen wird. So verkündete er denn auch schon in der entscheidenden Kreistagssitzung am 02.09.2019 im Kreistag Vulkaneifel, dass nach seinen Informationen nichts dagegen spräche. Im Gegenteil! So sei z.B. die Qualität des Bioabfalls in der Biotüte sehr gut. Wen wundert´s? Derjenige, der überhaupt bereit ist, laufend seine Tüte zur Sammelstelle zu bringen, wird kaum was anderes dorthin bringen. Der ART-Chef ist sich seiner Sache schon so sicher, dass er bereits kostspielige Verträge abgeschlossen hat, bevor die Überprüfungsphase überhaupt abgeschlossen ist.

 

Darüber, dass es diesmal nicht nur auf die Qualität, sondern auch auf die Quantität ankommt, ob es also gelingt, auch mengenmäßig den Bioabfall ausreichend zu erfassen, dazu auch noch auf Akzeptanz ankommt, darüber verlor der ART-Chef im Kreistag kein Wort. Man darf auf das Urteil des Instituts gespannt sein!

 

SGD Nord: https://sgdnord.rlp.de/de/wasser-abfall-boden/kreislaufwirtschaft/abfallwirtschaftsplanung/siedlungsabfallwirtschaft/bioabfallentsorgung-in-der-region-trier/

 

Im ART-Forum zur Biotüte kann man die „Begeisterung“ der Bevölkerung über die Biotüte bis heute mitverfolgen: https://www.art-trier.de/eo/cms?_sprache=de&_bereich=artikel&_aktion=suche_rubrik&idrubrik=1017&_sortierung=datum_desc

 

Lesen Sie auch uns Meldung vom 04.09.2019: Biotonne geht - Biotüte kommt

    Biotonne geht - Biotüte kommt   04.09.2019

Der Kreistag Vulkaneifel hat in seiner Sitzung am 02.09.2019 die Abschaffung der Biotonne und Einführung des Modells Trier Plus (= Biotüte) beschlossen. Hier einige Eckpunkte und Fakten in dieser Sache:

 

2012: Erlass des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) zur Sicherung des Verbleibs von Ressourcen im Wirtschaftskreislauf. Dies verpflichtet die Entsorgungsträger zum separaten Erfassen von Bioabfällen bis spätestens 01.01.2015.

 

2015: Zum Stichtag des Wirksamwerdens des KrWG, 01.01.2015, werden Bioabfälle im Landkreis (LK) Vulkaneifel schon „eine Ewigkeit“ in der Biotonne gesammelt.

 

2015, 2016 und 2017: Der für Abfallentsorgung zuständige Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) verhindert im Raum Trier (Stadt Trier, LK Trier-Saarburg, LK Eifelkreis Bitburg-Prüm, LK Bernkastel-Wittlich) die Einführung einer Biotonne, wie er in seinem Logistikkonzept 2020 darlegt: „Der Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft (RegAb) hat als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger für die Beseitigung von Grün- und Bioabfällen in der Region bislang die Einführung von Biotonnen in den übrigen Verbandsgebieten verhindert.“  

(Anmerkung: RegAb und ART sind weitgehend identisch)

 

2018: Im Raum Trier wird die Biotüte als freiwillige, zusätzliche Entsorgungsmöglichkeit für Biogut (Küchen- und Nahrungsabfälle) angeboten. Diese dürfen aber weiterhin (neu für den LK Vulkaneifel) neben der Biotüte auch in der Restmülltonne entsorgt werden. Niemand ist verpflichtet, sich am System Biotüte zu beteiligen.

 

2019: Beschluss des Kreistages Vulkaneifel: Der LK Vulkaneifel übernimmt ab 01.01.2020 das ART-System Biotüte.

 

Ergänzende Anmerkungen:

Der NABU hatte Gelegenheit, in der Kreistagssitzung vom 02.09.2019 seine Position darzulegen. Leider, aber in Anbetracht des Zahlenverhältnisses der im Kreistag vertretenen Parteien, nicht unerwartet, beschloss der Kreistag das Ende der Biotonne mit der Mehrheit von CDU, FWG und GRÜNEN.

 

 

NABU sucht Unterstützer   26.08.2019

 Das NABU-Werberteam mit NABU-Daun Vorsitzendem Sepp Wagner (2. V. li.)

 

Mehrere Studenten, erkennbar an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo, werden in den nächsten Tagen in Hausbesuchen die Bewohner des Kreisgebietes über die Arbeit des NABU informieren und um Unterstützung für lokale Natur- und Artenschutzprojekte werben. Zu einem der vielen erfolgreichen NABU-Projekte zählt z.B. der Bau und die Anbringung von Spezialnisthilfen. Dies führte dazu, dass der seltene Wanderfalke seit einigen Jahren mit inzwischen zwei Paaren wieder zu den Brutvögeln im Landkreis Vulkaneifel zählt. Ein weiteres Beispiel der praktischen Arbeit sind Pflegeeinsätze, die dem Erhalt noch vorhandener, ehemals in der Eifel weit verbreiteter Heiden und Trockenrasen dienen. Auch das Anlegen von inzwischen mehr als 40 Tümpeln für Amphibien und Libellen ist hier zu nennen.

 

Manche der Arbeiten verursachen Kosten. So ist beim Tümpelbau der Einsatz von Bagger und Raupe erforderlich, und das Baumaterial zum Bau der Nisthilfen muss gekauft werden. Die anfallenden Kosten werden aus den Beiträgen der Mitglieder bestritten. Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung: Je mehr Mitglieder, desto intensiver kann der NABU-Daun seine bisher so erfolgreiche Naturschutzarbeit fortsetzen. (Übrigens: Fahrtkosten für unumgängliche Gespräche mit Behörden, z.B. bei der Planungsgemeinschaft in Trier oder der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Koblenz oder auch bei Landesministerien in Mainz, bestreiten die Vorstandsmitglieder vollständig aus der eigenen Tasche).

 

Der Vorstand des NABU-Daun würde sich sehr freuen, wenn die jungen Leute bei möglichst vielen Naturfreunden die Bereitschaft antreffen würden, sich über die breit gefächerte Arbeit des NABU informieren zu lassen und diese Arbeit auch unterstützen würden. Die Studenten sind nicht berechtigt, Bargeld anzunehmen.

 

Kontakt für Rückfragen: Hans-Peter Felten, Tel. 06592/3163

 

 

 

  Fridays for Future auch in Daun        20.08.2019

 

                     Das Dauner Forum war Endpunkt der Demo.

 

Die Woche mit der Dauner Kirmes hatten sich etwa 40 Jugendliche aus 6 Ländern ausgesucht, um sich in der Jugendherberge Daun in Workshops mit Fragen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Allerdings beließen es die jungen Aktivisten nicht bei der internen Bearbeitung des Themas, sondern trugen es auch in die Öffentlichkeit. Dazu bot sich vor allem der wie immer gut besuchte Laurentiusmarkt am Mittwoch der Dauner Kirmes an. Vor einem überraschten Publikum „starben“ stellvertretend für die sterbende Natur rund 2 Dutzend der Klimaaktivisten an der am stärksten frequentierten Stelle des Marktes. Während des etwa halbstündigen „Todes“ der Aktivisten auf dem Straßenpflaster wurden die Passanten per Megafon über das Anliegen der Fridays for Future-Bewegung informiert. Am nachfolgenden Freitag zog nun die internationale Gruppe in einer angemeldeten Demo durch Daun. Angesichts der, wie ein Demosprecher bemerkte, „besonderen Demokultur“ in Daun, waren es nicht allzu viele Schülerinnen und Schüler der Dauner Schulen, die zum Schulhof des Geschwister Scholl Gymnasiums gekommen waren. Etwas Unterstützung erhielten die demonstrierenden Schüler durch einige Erwachsene, die vom Start auf dem Schulhof an die Demo begleiteten bzw. sich ihr beim Gang durch die Stadt bis zum Forum anschlossen.

 

Zum Vergrößern Bild anklicken.

   NABU-Daun pachtet ehemalige Wasserhäuschen   01.08.2019

 

 Unser Vorstandsmitglied Georg Möhnen befestigt den ersten Fledermauskasten.

 

Die VG Daun hat es dem NABU ermöglicht, die ehemaligen Wasserhäuschen in Waldkönigen und Oberstadtfeld zum Zwecke des Fledermausschutzes unentgeltlich zu pachten. Am Wasserhäuschen Waldkönigen haben NABU-Aktive nun mehrere Arbeiten durchgeführt. Zuerst wurde in die Eingangstür ein Schlitz geschnitten, um Fledermäusen einen Einflug zu ermöglichen. Im Inneren waren Arbeiten an den Wänden erforderlich. Sie wiesen keine Spalten auf, in die Fledermäuse hätten schlüpfen können. Mehrere unterschiedliche Fledermauskästen sowie ein einfacher Hohlblockstein bieten nun Fledermäusen verschiedene Möglichkeiten, sich darin zu verstecken und nach Fledermausart kopfüber aufzuhängen. Schauen Sie sich den kleinen Überblick in Bildern an. Zum Vergrößern Bild anklicken.

 

  NABU-Wanderung zum NSG Barsberg 18.07.2019

 

                            Gipfelpartie mit Resten des Ringwalls

Der Barsberg ragt mit seinem fast 600 m hohen Basaltkegel weit und markant in die Landschaft. Zudem trägt er als Kulturdenkmal die Reste eines vorgeschichtlichen Ringwalls, dessen Wallkörper als Reste einer ehemaligen Höhensiedlung noch gut zu erkennen sind (ähnlich Steineberger Ley). Um den Gipfel zieht sich ein ca. 15 ha großes NSG, das zu den ältesten im Landkreis Vulkaneifel gehört. Seit der Ausweisung als NSG im Jahr 1939 wird der Kernbereich des NSG nicht mehr forstlich bewirtschaftet – seit nunmehr also 80 Jahren! Als Rarität in den Hochlagen der Eifel haben sich hier seitdem urwaldartige Waldbestände mit hoher Baumartenvielfalt, hohem Altholzanteil und hohem Anteil an stehendem und liegendem Totholz entwickelt. Wegen der ökologischen Bedeutung ist der Barsberg auch Bestandteil des FFH-Gebietes "Wälder um Bongard in der Eifel".

 

Die nachfolgende Bildergalerie gibt einen Einblick in den Verlauf der Wanderung und vor allem einen Überblick über die unglaubliche Vielfalt des Waldes. Zum Vergrößern Bild anklicken.

 

Ehrung von Georg Möhnen am 25.04.2019

Am 25.04.2019 wurde unser langjähriges Vorstandsmitglied Georg Möhnen (links) im Rahmen einer Stadtratsitzung durch den Stadtbürgermeister der Stadt Daun, Martin Robrecht, (rechts) mit der Ehrennadel der Stadt Daun für seine besondere Tätigkeit für Natur und Umwelt geehrt. Seit über 40 (!) Jahren ist Georg Möhnen aktiver Teil des Vorstandes. Er setzt sich für den Erhalt der Natur ein und engagiert sich für notwendige Renaturierungsmaßnahmen und hat seitdem bei unzähligen Landschaftspflegeaktionen teilgenommen. Eins der aktuellen Projekte der NABU-Gruppe Daun ist das Ansiedeln von Fledermäusen in stillgelegten Wasserhäuschen, bei dem er die Aktion wieder tatkräftig und mit großem Engagement unterstützt. Georg Möhnen ist ein erfreuliches Beispiel dafür, dass die Ausübung eines Ehrenamtes ganz offensichtlich jung und aktiv hält - konnte er doch erst kürzlich seinen 80. Geburtstag feiern!

Die NABU-Gruppe freut sich sehr über diese Ehrung und hofft auf noch viele gesunde und aktive Jahre mit Georg Möhnen!    >>mehr

 

Rohstoffplanung: Wie steht der NABU zum agl-Vorschlag?  07.06.2019

 

Seit Jahren wird intensiv, z.T. kontrovers diskutiert, ob bzw. wie es künftig mit der Rohstoffgewinnung im Landkreis Vulkaneifel weitergehen soll. Konkreter Anlass dazu ist die Aufstellung des neuen Raumordnungsplans (ROP). Im Auftrag der Planungsgemeinschaft (PLG) Trier, zuständig für die Aufstellung des ROP, hat das Fachbüro agl in Saarbrücken einen Plan mit Vorschlägen für die künftige Rohstoffgewinnung im Kreis erarbeitet. Dazu stand ihm planerisch ein vom Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) benannter Flächenpool von geeigneten Lagerstätten zur Verfügung, sog. Rohstoffpotenzialflächen (RPF). Unter Anwendung einer Abwägungsmatrix ermittelte agl die Flächen, deren Nutzung zur Rohstoffgewinnung unter Berücksichtigung der Belange wie Landschaftsbild, Artenschutz, Bodendenkmalschutz, Trinkwasserschutz, Mineralwasserschutz, Forst- und Landwirtschaft, Tourismus, Infrastruktur usw. verantwortbar und zulässig erschien. Der NABU hat den agl-Vorschlag nach den vier Grundsätzen bewertet, die der NABU zusammen mit den übrigen 5 anderen anerkannten Naturschutzverbänden 2010 hinsichtlich der Gewinnung von Lava- und Basalt gemeinsam aufgestellt hatte.

 

 

Erster Grundsatz: „Kein Abbau an Stellen, an denen bisher noch kein Abbau stattfand“

 

Bei den vom LGB genannten RPF waren 17 Flächen, an denen bisher kein Abbau stattgefunden hat oder ein solcher dort bereits vor längerer Zeit beendet worden war: Aarlei bei Üdersdorf, Asseberg bei Daun-Waldkönigen, Dietzenlei bei Gerolstein, Döhm bei Dreis, Goosberg bei Daun-Steinborn, Haardt bei Mehren, Hasenberg bei Trittscheid, Hasenberg bei Schönfeld, Holzmaarbereich bei Gillenfeld, Mühlenberg bei Oberbettingen, Nerother Kopf bei Daun-Neunkirchen, Reinertsberg bei Oberehe, Riemerichbereich bei Daun-Neunkirchen, Rossbüsch bei Kalenborn-Scheuern, Scharteberg bei Kirchweiler, Steineberger Lei und Wetschberg bei Oberbettingen.

 

Der agl-Vorschlag sieht für alle diese Berge/Bereiche keinen Abbau vor. In diesem Punkt entspricht der agl-Vorschlag vollständig dem 1. Grundsatz der Naturschutzverbände.

 

 

Zweiter Grundsatz: Kein weiterer Abbau von NSG oder ND

 

Bei den vom LGB genannten RPF waren mehrere Naturschutzgebiete oder Naturdenkmale mehr oder weniger direkt oder indirekt betroffen. Der agl-Vorschlag sieht bei großflächigen Schutzgebieten vor, dort gar keinen Abbau vorzunehmen. Kleinflächige, punktuelle Schutzgebiete nnerhalb der RPF liegen entweder abseits der eigentlichen Abbauflächen oder werden beim Abbau ausgespart.

 

Damit erfüllt der agl-Vorschlag auch die Forderungen des zweiten Grundsatzes der Naturschutzverbände.

 

 

Dritter Grundsatz: An besonders markanten Bergen kein Abbau über den genehmigten Bereich hinaus

 

An folgenden 17 Bereichen schlägt agl vor, nur noch den Bereich abzubauen, für den derzeit bereits eine rechtskräftige Abbaugenehmigung vorliegt: Baarlei/Geißhecke bei Pelm, Goldberg bei Ormont, Goßberg bei Walsdorf, Grube Bettendorf bei Oberstadtfeld, Grube Bewingen, Grube Cordel bei Gees, Grube Leyendecker bei Deudesfeld, Hoher List bei Schalkenmehren, Radersberg bei Brück, Ringseitert bei Kirchweiler, Rockeskyller Kopf, Rother Hecke bei Gerolstein, Ruderbüsch bei Oberbettingen, Steinbruch Lissingen, Tommelberg bei Oberwinkel, Weinfeldbereich bei Schalkenmehren, Wöllersberg bei Gerolstein.

 

Die Begrenzung auf den genehmigten Abbau soll nicht nur z.B. am markanten Rockeskyller Kopf, sondern darüber hinaus auch an weniger markanten Stellen erfolgen. Damit geht der agl-Vorschlag sogar deutlich über die Forderung des dritten Grundsatzes der Naturschutzverbände hinaus.

 

 

Vierter Grundsatz: Rückführung des Flickenteppichs an Gruben; Beschränkung auf wenige, große Tagebaue

 

Erweiterungsmöglichkeiten zur Gewinnung von Lava und Basalt sieht der agl-Vorschlag an den nachfolgenden 13 Bereichen vor. Bis auf das Vorbehaltsgebiet am Niveligsberg bei Drees am Nürburgring handelt es sich dabei ausschließlich um Erweiterungen bereits bestehender Gruben. Das Vorbehaltsgebiet am Niveligsberg grenzt an einen Off-Road-Park an.

 

Emmelberg bei Üdersdorf, Eselsberg bei Dockweiler, Feuerberg bei Hohenfels-Essingen, Hangelberg bei Hinterweiler, Kreuzberg bei Daun, Kyller Höhe / Lier bei Hillesheim, Löhlei bei Üdersdorf, Mühlenberg bei Hohenfels-Essingen, Niveligsberg bei Drees, Rother Kopf, Roth, Schwarzlay bei Kaperich, Steinbruch Birresborn, Wartgesberg bei Strohn.

 

Der NABU hätte es begrüßt, wenn agl noch weniger Vorrang- und Vorbehaltsgebiete vorgeschlagen hätte und hatte dies auch in sener Stellungnahme vorgeschlagen. Der NABU sieht aber mit den zahlreichen auslaufenden Abbaubereichen den bisherigen Flickteppich an Gruben deutlich reduziert und den künftigen Abbau auch überwiegend auf bereits existierende, große Abbaubereiche begrenzt.

 

Durch die sehr starke Berücksichtigung der 4 Grundsätze reicht der agl-Vorschlag nach Ansicht des NABU deutlich an das heran, was bei realistischer Sicht und bei Beachtung der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Landschaft erforderlich ist und möglich erscheint. Hinzu kommt noch, dass der agl-Vorschlag einen Raum mit besonderem Koordinierungsbedarf ausweist. In diesem Raum ist Gesteinsabbau außerhalb der genehmigten Abbauflächen de facto ausgeschlossen.

 

 

Wie sehen die übrigen Naturschutzverbände den agl-Vorschlag?

 

Die übrigen Naturschutzverbände sind der Auffassung, der agl-Vorschlag bevorzuge „einseitig die Interessen des Gesteinsabbau“, wie es in der Stellungnahme der Verbände heißt. Eine Auffassung, die angesichts der oben dargelegten Fakten nicht nachzuvollziehen ist.

 

Die 2010 vom NABU noch zusammen mit den übrigen 5 anerkannten Naturschutzverbänden in der Arbeitsgemeinschaft Dauner Naturschutzverbände (AGNV) aufgestellten 4 Grundsätze für eine "sachgerechte Beurteilung der Vereinbarkeit der Belange der Rohstoffsicherung mit denen des Natur- und Landschaftsschutzes im Landkreis Vulkaneifel" sahen eine generelle Ablehnung der Ausweisung von neuen Vorrang- oder Vorbehaltsgebieten zur Rohstoffgewinnung nicht vor. Im Widerspruch dazu fordert jedoch die AGNV heute, auf jegliche Ausweisung neuer Abbauflächen zu verzichten. Der NABU ist weder bereit, diese völlig unrealistische Forderung mit zu vertreten noch die damit verbundene Abweichung von den vereinbarten Grundsätzen zu akzeptieren und hat daher schon vor einiger Zeit seine Mitarbeit in der AGNV beendet.

 

Die Forderung der Naturschutzverbände ignoriert die rechtlichen Rahmenbedingungen

 

Vor allem aber stehen der Forderung, keine Flächen für Grubenerweiterungen im kommenden Raumordnungsplan auszuweisen, die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen entgegen. Zuständig für die Ausweisung solcher Flächen ist die Planungsgemeinschaft (PLG) Trier. Sie hat dazu nicht nur die Befugnis, es ist vielmehr eine ihrer Aufgaben, auf Grundlage der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen (Bundesberggesetz, Landesentwicklungsprogramm) Flächen für die Rohstoffgewinnung auszuweisen. Ein Raumordnungsplan ohne Ausweisung von Abbauflächen würde als sog, Verhinderungsplanung nicht vom Innenministerium als zuständiger Genehmigungsbehörde genehmigt werden.

 

Dass beim Gesetzgeber oder bei den Parteien Absichten vorhanden wären, die änderungsbedürftigen rechtlichen Rahmenbedingungen in naher Zukunft zu ändern, ist nicht zu erkennen. Mit der Forderung, im kommenden Raumordnungsplan jegliche Grubenerweiterung auszuschließen, gehen die Verbände nicht nur völlig an den Realitäten vorbei, sie erwecken zudem nur zu enttäuschende Erwartungen.

  Rettet die Bienen! Rettet die Steinbrüche und Lavagruben?  23.04.2019

Goldwespenart Hedychrum rutilans (4 - 10 mm lang). Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Unglaublich viele Menschen haben beim Volksbegehren in Bayern „Rettet die Bienen“ mitgemacht. Eine ähnliche Aktion würde wohl auch im Landkreis Vulkaneifel eine große Unterstützung finden. Würde der Appell hingegen lauten „Rettet die Steinbrüche und Lavagruben“, kurz Abgrabungen, sähe die Sache wahrscheinlich ganz anders aus. Im derzeitigen, durch die jahrelange Diskussion um die Rohstoffplanung aufgeheizten Diskussionsklima wird sehr schnell jeder – egal ob Einzelperson oder auch Naturschutzverband – verdächtigt, die Sache der Abbauunternehmer zu besorgen. Wer aber wirklich ein Herz für die Bienen, vor allem für Wildbienen, denn um diese ging es beim Volksbegehren in erster Linie und auch alle anderen Insekten hat, der sollte wissen, dass heute Abgrabungen für zahlreiche Wildbienenarten, Wespen und Hummeln unverzichtbare Refugien darstellen. Dort finden sie Bedingungen, die sie ansonsten in unserer ausgeräumten, mit Insektiziden belasteten und durch industrielle Landwirtschaft geprägten Landschaft nur noch selten vorfinden. Um nicht missverstanden zu werden: Dies ist kein Plädoyer für noch mehr Abgrabungen in unserem Landkreis. Es ist vielmehr ein Plädoyer dafür, die ungeheure Bedeutung der Abgrabungen für die Insekten zur Kenntnis zu nehmen.

 

Diese Bedeutung haben jetzt die beiden Wissenschaftler Klaus Cölln und Andrea Jakubzik als Ergebnis einer fast 30 Jahre währenden Erhebung der Wespen und Bienen in einem Katalog für den Landkreis Vulkaneifel zusammengefasst. Sie stellten in den Abgrabungen insgesamt 362 Arten fest. Von den insgesamt 415 im Landkreis vorkommenden Arten kommen somit 87 % in Abgrabungen vor, darunter auch ein relativ hoher Anteil an Arten der Roten Liste. Zum Download des Katalogs der Wespen und Bienen geht es hier

 

Einige der Arten der Abgrabungen stellen wir in der nachfolgenden Bildergalerie vor. Bilder bitte anklcken.

 

Bei einer Weiterverwendung der Fotos beachten Sie bitte den jeweils angegebenen Lizenzhinweis.

  Zur Petition „Stop dem Abbau der Eifelvulkane“   04.04.2019

         Vulkanpanorama bei Daun mit Ernstberg (li.) und Asseberg (re.)

Seit Jahren wird im Landkreis Vulkaneifel die Rohstofffrage intensiv diskutiert, und noch länger bemüht sich der NABU durch Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche auf den verschiedensten Ebenen von Verwaltung und Politik unsere Eifelvulkane zu erhalten. In dem im Juni 2018 veröffentlichten Vorschlag des Büros agl zur künftigen Rohstoffgewinnung im Landkreis sieht der NABU seine Vorschläge und Forderungen deutlich berücksichtigt. Umso bedauerlicher ist es, dass die übrigen anerkannten Naturschutzverbände wie auch eine vor einigen Jahren gegründete Naturschutzgruppierung den agl Vorschlag rundweg ablehnen.

 

Nun wurde auf der Petitionsplattform „WeAct“ der Bürgerbewegung Campact von der Naturschutzgruppierung eine eigene Petition gestartet, um den Abbau der Eifelvulkane zu stoppen. Campact-eigene Petitionen zeichneten sich bisher durch Sachlichkeit und gute Recherche aus. Aber genau daran hapert es leider bei der Petition der Naturschutzgruppierung und auch bei den Behauptungen, mit denen sie die Petition auf ihrer Internetseite unterfüttert. Mit Pauschalierungen, mit Behauptungen, die durchweg ohne konkrete Belege vorgetragen werden, oder sogar mit glatten Falschdarstellungen macht man sich nicht nur unglaubwürdig und belegt mangelnde Sachkenntnis, sondern beweist auch, dass man sich mit dem seit nunmehr 10 Monaten vorliegenden agl Vorschlag überhaupt nicht auseinandergesetzt hat. Einen Beitrag zur Lösung der schwierigen Rohstofffrage stellt die von der Naturschutzorganisation betriebene Desinformation nicht dar. Sie ist allenfalls geeignet, weitere Verwirrung zu schaffen und das in dieser Angelegenheit ohnehin schon stark aufgeheizte Diskussionsklima gänzlich zu vergiften.

 

Nachstehend einige besonders krasse Beispiele von Falsch- und Desinformation. Klicken Sie hier.

 

 

"Eh da" oder "schon weg" - Vortrag bei der diesjährigen HV    27.03.2019

                 Bis an die Packlage angepflügter Wirtschaftsweg

Über einen weitgehend unbeachteten und daher auch wenig bekannten Landraub mitten in Deutschland berichtete bei der diesjährigen Hauptversammlung der NABU-Gruppe Daun der NABU-Agrarreferent Gerd Ostermann. Gleich zu Beginn seines Vortrags über die „Eh da“ und „Schon weg Flächen“ überraschte er die zahlreichen, interessierten Zuhörer mit der Feststellung: „Das Problem ist größer als ihr meint.“

 

Worum aber handelt es sich dabei? „Eh da Flächen“ seien, so der Referent, Flächen wie Wegsäume, Ackerränder oder Erdwege, die seit jeher in der Feldflur anzutreffen gewesen seien, halt eben „eh da“. Erdwege zwischen Pachtflächen würden aber häufig illegal umgepflügt und den angrenzenden Nutzflächen zugeschlagen oder es werde Stück für Stück immer näher an asphaltierte Wirtschaftswege herangepflügt bis sogar gar der Wegeaufbau beeinträchtigt worden sei oder Uferrandsteifen würden immer schmäler. So würden „Eh da Flächen“ schließlich zu „Schon weg Flächen“. Der Referent belegte dies mit eindrucksvollen Bildern aus dem Kreisgebiet.

 

Dieses Einverleiben sei illegal, da die „Eh da Flächen“ den Nutzern nicht gehörten. Sie befänden sich in der Regel im Besitz der öffentlichen Hand. Dass für diese illegal angeeigneten Flächen auch noch Prämien von der EU gezahlt würden, bezeichnete der Referent als „Subventionierung einer Landschaftszerstörung“. Vor allem aber sei der mit dem Verlust der Kleinstrukturen verbundene Schaden für Arten zu beklagen. Der dramatische Rückgang der Vogel- und Insektenarten gerade in der Feldflur sei inzwischen jedermann bekannt.

 

Leider sei im Bewusstsein der Eigentümer dieser Landraub bisher kaum angekommen. So wüssten in vielen Fällen die Eigentümer gar nichts vom Verschwinden ihrer Flächen, und bei Behörden gebe es kaum Ansprechpartner. Zudem fehle es vor allem an einer Übersicht über die eigenen Flächen, vor allem bei Uferrandstreifen.

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen:

  Rohstoffplanung: NABU nimmt Stellung

 

20.10.2018 Um im Hinblick auf die Rohstoffplanung im Landkreis Vulkaneifel mit einer Stimme zu sprechen, hatte der NABU seine Vorstellungen in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Dauner Naturschutzverbände (AGNV) eingebracht. Gemeinsam mit 5 anderen Naturschutzverbänden gelang es, einvernehmlich Grundsätze für den Lava- und Basaltabbau aufzustellen. Seit einiger Zeit jedoch wird zunehmend deutlich, dass die AGNV die gemeinsam festgelegten Positionen aufgibt und Positionen vertritt, die nicht vom NABU geteilt werden. Die beiden NABU-Gruppen Daun und Kylleifel haben daher zu dem im Rahmen des Lösungsdialogs Rohstoffplanung im LK Vulkaneifel vorgestellten agl-Konzeptvorschlag eine eigene Stellungnahme erstellt.

 

Der agl-Konzeptvorschlag geht von 46 Rohstoffpotenzialflächen aus, die nach Ansicht des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB) für den Lava- und Basaltabbau geeignet sind. Bei 13 dieser Flächen sieht der Vorschlag keinerlei Rohstoffabbau vor. Bei weiteren 14 wird die Rohstoffgewinnung auf den bisher genehmigten Bereich begrenzt. Für die künftige Rohstoffgewinnung werden insgesamt 19 Flächen vorgeschlagen (Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung, Vorranggebiete für die vorsorgende Rohstoffsicherung und Vorbehaltsgebiete für die vorsorgende Rohstoffsicherung).

 

Darüber hinaus weist der Vorschlag einen Bereich aus, in dem der Rohstoffabbau künftig grundsätzlich ausgeschlossen wird. Bei der Ausweisung der Flächen für die Rohstoffgewinnung wird zudem deren Konzentration auf bereits stark vorgeschädigte Bereiche angestrebt. Wir erachten den Konzeptvorschlag daher trotz seiner formalen bzw. redaktionellen Unstimmigkeiten als einen insgesamt diskussionswürdigen aber noch verbesserungsbedürftigen Vorschlag.

 

Zur vollständigen NABU-Stellungnahme als pdf geht es hier.

 

Zum agl-Konzeptvorschlag als pdf geht es hier.

 

Wanderung von Mosbruch zum Hochkelberg am 16.09.2018

Die NABU-Exkursion am 16.09.2018 führte uns unter dem Titel Hochkelberg und Mosbrucher Weiher zu dem 675 Meter hohen, beeindruckenden Aussichtspunkt des Hochkelbergs. Unterwegs hatte man einen tollen Blick auf den Mosbrucher Weiher. Aus zeitlichen Gründen konnten wir das Moor auf dem Rückweg nicht mehr besuchen. Es gab jede Menge zu entdecken und zu erfahren über die Geschichte des Hochkelbergs, dessen Aussichtspunkt zur Freude der Besucher vor einigen Jahren freigeschnitten worden ist. Eine separate Exkursion rund um den Mosbrucher Weiher wird im kommenden Jahr wieder mit ins Programm aufgenommen. Zu einzigartig ist das Moorgebiet und zu wichtig unsere Arbeit, die wir dort verrichten..

Es hat uns sehr gefreut, dass eine Abordnung des Vorstands der Nabu-Gruppe Mayen begleitet hat.

Übrigens: Für alle Interessierten besteht die Möglichkeit uns bei den Pflegeeinsätzen im Mosbrucher Moor zu helfen. Auf diese einfache Art der Freizeitgestaltung kann man aktiv Umweltschutz betreiben, ohne sonstige Verpflichtungen zu übernehmen. Die Termine geben wir hier und natürlich auf der Homepage sowie in der Presse bekannt. Wir freuen uns über jede Mithilfe!

08.07.2018 Wo sind die Insekten geblieben?

Bei traumhaften Wetter fand heute die Nabu Wanderung zum Thema Insektensterben und Artenvielfalt statt. Wir waren hoch erfreut, das so viele Naturfreunde an der Exkursion teilgenommen haben. Durch die idealen Lebensbedingungen rund um den Mürmes, war es toll zu beobachten wie viele Schmetterlinge und verschiedene Insekten um uns herum schwirrten. Hier ein paar Bilder von der gelungenen Wanderung, durch die wir gelernt haben nochmal etwas genauer an den Straßenrand zu schauen.

13. Mai 2018 

Baumriesen, Rotmilane und Windräder, unter dieser Überschrift hatte die NABU-Gruppe Daun zu einer Wanderung in die Struth eingeladen. Auch wenn die gewählte Gegend u. U. wegen den Windrädern kein touristisches Highlight mehr werden wird, so fanden sich dennoch zahlreiche Teilnehmer ein, die dem schlechten Wetter trotzten.

Aufgrund der schlechten Witterung hatten wir leider keine Sichtungen von Rotmilan oder Schwarzstorch. Normalerweise kann man hier mit etwas Geduld neben Bussarden häufig auch Rotmilane bei ihrem Segelflug beobachten. Vor allem wenn diese von frisch gemähten Wiesen oder umgepflügten Feldern angelockt werden; Ein Problem, wenn sich die Felder und Wiesen direkt bei den Windrädern befinden. Leicht kann dabei die Gefahr der Rotorblätter "vergessen" oder "übersehen" werden.

Dafür staunten aber alle nicht schlecht, als wir im angrenzenden Wald das "Tagewerk" eines (Monster?)-Spechts bewundern konnten. Oder was auch immer sich an dem Baum zu schaffen gemacht hatte, es hat jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Kaum zu glauben, dass hier ein Vogel zugange gewesen war. Vielen Dank an Achim Lange für die vielen interessanten Ausführungen im Laufe der Wanderung .

Den Eichenaltholzbestand konnten wir aus verschiedenen Gründen leider nicht besuchen. Aber es wurde versprochen, dies im nächsten Jahresprogramm separat mit aufzunehmen, denn es zeigte sich doch ein recht großes Interesse an Flora und Fauna und die Bedeutung für die Umwelt und unsere Heimat.

Im Angesicht der Windräder wurde von Susanne Feyerabend die von diesen ausgehende Gefährdung u.a. für die Vogelwelt, Fledermäuse usw. eingehend erläutert und anhand von Beispielen die all zu häufig gehörte Verharmlosung widerlegt. So wurde erst kürzlich wieder ein Bussard unter einem Windrad gefunden - dieses Mal in der Verbandsgemeinde Gerolstein -. Er wurde zweigeteilt. Auf diese Weise vermindert sich nicht nur der bereits vorhandene, womöglich bedrohte Bestand von Vögeln; auch der bereits gezeugte Nachwuchs muss aufgrund der Kollision mit einem Windrad nun elendig verhungern. Zu den bereits vorhandenen Gefahren ist also mit der Windkraft eine weitere, nicht zu verharmlosende Gefahrenquelle geschaffen worden.

 

Auch konnten die Teilnehmer den aktuellen Stand der Windkraftplanung für Sarmersbach und Umgebung erfahren. Demnächst steht im Verbandsgemeinderat Daun eine der wichtigsten Entscheidung hierüber an.

So sollen hier noch (mind.) 5 - 6 weitere Windräder auf der Gemarkung von Sarmersbach zu stehen kommen. Mit 200 m Höhe rd. 1,5 Mal (!) so hoch wie die bereits vorhandenen Windräder. Nur knapp 1100 m von Sarmersbach entfernt. Katzwinkel direkt auf der anderen Seite der Verbandsgemeindegrenze gelegen, möchte ebenfalls weitere Windradriesen aufstellen. Die Anzahl der Windräder würde sich also mehr als verdoppeln, mindestens.....   Vielen Dank an Susanne Feyerabend für die fachlichen Ausführungen zu diesem komplexen Thema.

 

An dieser Stelle möchten wir uns außerdem bei allen ganz herzlich für die rege Teilnahme an der Exkursion bedanken. Es hat uns sehr gefreut, dass so viele Interessierte erschienen waren!

 

M. Hegel, NABU-Gruppe Daun

Elf Eichen für Vieh und Landschaft

              Die erste der elf Eichen wird ins Pflanzloch eingesetzt

25.04.2018 Gleich zwei Fliegen wurden mit einer Klappe geschlagen bei der gestrigen Pflanzaktion, die der NABU-Daun zusammen mit dem Partnerbetrieb Naturschutz Weinfelder Hof und dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Eifel (DLR) gemeinsam durchführten. Zum einen sollte dem Weidevieh des Weinfelder Hofes weitere Möglichkeiten zum Unterstellen bei Sonne oder Regen geschaffen werden. Zum anderen sollte das Landschaftsbild unterhalb des Flugplatzes Senheld durch die Bäume bereichert werden. Elf über 4 m hohe Eichen wurden dazu auf den Weiden des Weinfelder Hofes angepflanzt. Die Eichen hatte das DLR Eifel im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Schalkenmehren bereitgestellt. Die Kosten für das Material des erforderlichen Schutzes der Bäume trug der NABU-Daun. Der von der Familie Kordel geführte Weinfelder Hof beteiligte sich nicht nur durch die Bereitstellung der benötigten Fläche zum Pflanzen und der erforderlichen Maschinen sowie durch tatkräftige Unterstützung der NABU-Aktiven. Frau Kordel sorgte auch mit Kartoffelsalat und Bratwürsten von den am Weinfelder Maar weidenden hofeigenen Ziegen sowie einem leckeren Erdbeerquark als Nachtisch für das leibliche Wohl in der Mittagspause.

Ehrung von Hans-Peter Felten am 19.04.2018

Am 19.4.2018 wurde Hans-Peter Felten (links) im Rahmen einer Stadtratsitzung durch den Stadtbürgermeister der Stadt Daun, Martin Robrecht, (rechts) für seine besondere Tätigkeit für Natur und Umwelt geehrt. Diese Ehrung freut uns als NABU-Gruppe natürlich besonders; wird eine solche Ehrung schließlich nicht jedem zuteil.

 

Seine Ansprache schloss Martin Robrecht mit den Worten, Hans-Peter Felten solle auch weiterhin nicht mit seinem Bemühen um den Schutz von Natur und Umwelt nachlassen. Dies wiederum griff Hans-Peter Felten bei seiner Dankesrede auf, um die Anwesenden darauf hinzuweisen, dass es in der Stadt Daun noch jede Menge Potential nach oben gibt, was den Schutz und den Erhalt von den für uns alle lebenswichtigen Insekten angeht. Er machte darauf aufmerksam, dass er den Eindruck hat, dass in der Stadt Daun nur sehr wenig getan wird, um den allseits bekannten Problemen des derzeitigen Insektensterbens entgegen zu wirken. Zum Beispiel indem Insekten taugliche Frühlingsblüher gepflanzt werden, anstatt der "Zierpflanzen", die keinerlei Nahrung für Insekten darstellen. Oder indem die bereits vorhandenen - brauchbaren - Blühsträucher im Herbst nicht bis auf den Stumpf abgeschnitten werden, so dass diese kaum noch Äste bilden, geschweige denn nahrungsbildende Blüten entwickeln können. Auch schlug er vor, nach möglichen Grünflächen - auch außer Orts - zu suchen, die nicht mehr gemäht werden sollen, damit sie Insekten Schutz und Nahrung bieten können.

Auch sprach Hans-Peter Felten den im Landkreis Vulkaneifel stattfindenden Gesteinsabbau an und mahnte die inzwischen ins Stocken geratenen Fortschritte an, die man vor Jahren gemacht hatte, um einen guten Kompromiss - für alle Beteiligten - zu finden.

 

Wir dürfen nun gespannt sein, ob der bei der Ehrung anwesende Stadtrat die Ideen aufgreift und in die Tat umsetzt. Unterstützung - ob durch Rat oder Tat - wurde von der NABU-Gruppe Daun hierfür der Stadt Daun zugesagt.

M. Hegel, NABU-Gruppe Daun

Hofbesichtigung und Weideauftrieb vom 14.04.2018

Dank des sonnigen Frühlingswetters konnte der Weideauftrieb zum Weinfelder Maar stattfinden - nicht nur zur Freude der Ziegen des Weinfelder Hofes. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um bei diesem besonderen Ereignis dabei sein zu können. Zuvor wurde der in der Vulkaneifel einzigartige Rundstall unter Führung des Hofinhabers, Leo Kordel, besichtigt. Man konnte nicht nur von den verschiedenen Rinderrassen erfahren, die hier gehalten werden, sondern auch darüber staunen, warum es in dem nach allen Seiten offenen Stall trotzdem warm genug bleibt und ein optimales Klima für die Rindviehhaltung herrscht.

NABU Landesvertreterversammlung Rheinland-Pfalz 2018

"Aus Klein mach Groß"

Von einem Verein mit nur 2300 „Naturschutz-Freaks“ zu einer einflussreichen Naturschutzorganisation mit 53.000 Mitgliedern!

Saulheim, 10.03.2018 Auch die Dauner NABU-Gruppe war mit ein paar Delegierten bei der NABU Landesvertretersammlung Rheinland-Pfalz vertreten. Denn es ist immer wieder spannend hautnah zu erfahren, was der NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz im abgelaufenen Jahr wieder alles bewegen konnte. Und dieses Mal ging es zudem noch um die Vergabe des wohl wichtigsten Postens, nämlich des hauptamtlichen 1. Vorsitzenden.

 

Der soeben verabschiedete 1. Vorsitzende Siggi Schuch hatte dieses Amt ganze 30 Jahre inne gehabt.  Hoch interessant war die Zusammenfassung seiner Amtszeit.  Die ersten 10 Jahre davon stemmte er sein Amt sogar noch ehrenamtlich! Der NABU-Rheinland-Pfalz hatte in 1988 aber ohnehin „lediglich“ 2300 Mitglieder, und das nach nahezu 100-jährigem Bestehen. Wenn man da so drüber nachdenkt, war das nicht wirklich viel....

 

Auch wenn zunächst nicht alle Beteiligten davon überzeugt waren, so beschloss der damalige Landesvorstand dennoch, den Weg mit Hilfe einer professionellen Mitgliederwerbung einzuschlagen; auch wenn dies – neben vieler sonstiger Bedenken – auch mit einem nicht unerheblichen Kostenrisiko verbunden war.

 

Doch es zeigte sich, diese Entscheidung war und bleibt der richtige Weg. Man erkannte, nur eine stetig wachsende Mitgliederentwicklung ist die Basis um erfolgreich Großprojekte durchsetzen und auch finanziell stemmen zu können. Und auch nur ein starker NABU erlangt

zu mehr Bedeutung und politischen Einfluss und hierdurch folgend auch zu mehr finanziellen Mitteln und Möglichkeiten, mit dem dann Naturschutz-Großprojekte nachhaltiger und wirksamer betrieben werden können. Denn diese kosten neben viel Zeit, Geduld und Arbeitskraft auch viel Geld.

Man gelangte schlichtweg zu der Erkenntnis, dass nicht nur der Einsatz aktiver Mitglieder unverzichtbar ist, sondern auch inaktive Mitglieder ihren immens wichtigen Beitrag leisten, und das im wahrsten Sinne des Wortes;  damit Projekte – ob groß oder klein – realisiert werden können.

 

Nach 30 Amtsjahren unter Führung von Siggi Schuch kann der NABU-Rheinland-Pfalz von anfänglich 2300 Mitgliedern in 1988 nun im Jahr 2018 auf die stolze Summe von rd. 53000 Mitgliedern zählen. Das sind 1,31 % der Rheinland-Pfälzischen Einwohner; das ist doch mal bemerkenswert!

 

Übrigens, im Jahr 1988, als mit dem 1. Vorsitzenden Siggi Schuch ein entscheidende Wende im NABU-Rheinland Pfalz begangen wurde, war der Landesvorstand durch ein Mitglied der NABU-Gruppe Daun vertreten, nämlich Hans-Peter Felten, unserem Schriftführer! Als Mitglied einer recht kleinen Ortsgruppe kann man also auch mithelfen, Geschichte zu schreiben, zumindest im NABU....

 

Für die Wahl des/der 1. Vorsitzenden konnte man glücklicherweise die bisherige Naturschutzreferentin Cosima Lindemann gewinnen. Dass die Wahl zu ihren Gunsten ausfallen würde, daran hatte wohl niemand gezweifelt. Dass diese jedoch mit 100 % Zustimmung aller Delegiertenstimmen abschloss, war dann doch höchst erfreulich und spricht für sich. >>mehr

Unser Mosbrucher Moor lebt! Für unseren heutigen Pflegeeinsatz konnten wir das im wahrsten Sinne des Wortes sogar im doppelten Sinne feststellen!

 

Für unseren heutigen Pflegeeinsatz konnten wir das im wahrsten Sinne des Wortes sogar im doppelten Sinne feststellen!

17.02.2018 Denn zum einen werden durch die wiederholten Landschaftspflegearbeiten immer mehr von den seltenen "Wunderseggen" freigelegt, so dass man inzwischen fast von einem Meer von Wunderseggen  sprechen kann; Immer mehr von diesen teils lustig anzuschauenden Graspuschel werden sichtbar. Und zum anderen war das Moor heute erfüllt von tatkräftigen Helfern!

Ob es an dem Vortrag anlässlich der Jahreshauptversammlung (s. Bericht vom 02.02.2018) von Herrn Willi Geiger und seiner hochinteressanten und motivierenden wissenschaftlichen Studie gelegen hat? Bei der wir u. a. zu der Erkenntnis gelangen durften, dass das Mosbrucher Moor unter den letzten 5 % (!) der in Deutschland noch "lebenden" Mooren gehört? Oder war der Termin einfach nur glücklich gewählt und das Wetter spielte endlich auch wieder einmal mit?! Egal! Ganze 15 Helfer haben sich heute in unserem "Naturschatz" zum freiwilligen Einsatz eingefunden. Zu den fleißigen Helfern zählten "alt bewährte" und unverzichtbare Stammhelfer, über "Wiedereinsteiger" haben wir uns sehr gefreut, und wir durften sogar motivierte Neueinsteiger begrüßen! Toll! Unterstützt wurde die Truppe mit "sägenden Fachkräften", die uns Werner Ritter organisiert hatte. Vielen, vielen herzlichen Dank an jeden einzelnen Helfer für eure Unterstützung!!! Hinzu kamen noch 2 vom "Versorgungstrupp", die die fleißige "Meute" mit leckerem Essen und Trinken bei Laune halten wollten; Denn wer fleißig arbeitet, soll zumindest gut und reichlich beköstigt werden!

 

Inzwischen kann man mittendurch von der Ostseite, an der gearbeitet wird, bis hinüber zur Westseite des Mosbrucher Weihers sehen und sogar die Häuser von Moosbruch sind nun zwischen den Bäumen hindurch wieder sichtbar.

Aber um die nun gewonnene freie Aussicht geht es nur indirekt bei unserem Projekt. Sondern es gilt für das Überleben des Moores zu sorgen. Damit die Teile des Moores, die noch intaktes Moor-Leben aufweisen, erhalten bleiben, sich verbessern und vielleicht sogar einmal erweitert werden können. Und nach der wissenschaftlichen Studie wissen wir ja nun, dass die letzten Jahrzehnte und etliche "Wiederbelebungsversuche", nicht vergebens waren, sondern im Gegenteil! Hätten sich nicht vor Jahrzehnten bereits einige wenige "Optimisten" immer wieder mal zum Schneiden von Hecken und Fällen von Bäumen dort eingefunden, würde das Mosbrucher Moor vielleicht bereits zu den übrigen 95 % der nur noch vor sich hin modernden oder vertrockneten Mooren gehören. Also reicht unser Dank sogar an tatkräftige Helfer bis in die 70iger Jahre zurück! 

Manchmal ist es doch gar nicht so schlimm, ein "Optimist" zu sein. ;-)

M. Hegel

Rege Beteiligung beim Vortrag zum Thema Mosbrucher Weiher - Vergangenheit, Gegenwart, Bedeutung". Vielen Dank an alle interessierten Zuschauer! Vielen Dank aber vor allem dem Referenten Willi Geiger, der extra eine weite Strecke angereist war, um den Zuhörern die Bedeutung unseres Mosbrucher Moores näherzubringen.

NABU-Gruppe Daun, Vortrag mit Willi Geiger zu Mosbrucher Weiher
NABU-Gruppe Daun, Vortrag mit Willi Geiger zu Mosbrucher Weiher

02.02.2018 - Dass der Mosbrucher Weiher für Biologen und Geologen derart hoch interessant und für die Umwelt noch dazu hoch wichtig ist, haben wohl die allerwenigsten gedacht. Und sicherlich auch nicht, dass der Mosbrucher Weiher einmal Gegenstand einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung für eine Bachelor-Arbeit werden könnte. Unzählige Bohrungen und Messungen wurden durchgeführt und akribisch ausgewertet.

Der Referent Willi Geiger hatte im Rahmen seines Vortrages den Zuhörern die in seiner langjährigen Arbeit gesammelten Daten anschaulich erläutert und diesen die Bedeutung des in Mosbruch im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustüre gelegenen Naturschatzes näher gebracht. Das Mosbrucher Moor lebt noch! Das war eine der wichtigsten Erkenntnisse des Abends. Und es ist mit 6 m Tiefe ein außergewöhnlich tiefes Moor. Auch das überraschte die Zuhörer. Für uns NABU-Aktiven und alle, die bereits einmal tatkräftig bei der Renaturierung mit angepackt haben, war auch wichtig zu hören, dass die bisherigen Renaturierungsarbeiten nicht vergebens waren! Und auch, dass weiterhin daran gearbeitet werden sollte; auch wenn voraussichtlich erst nachfolgende Generationen einen deutlich sichtbaren Erfolg erfahren werden können. Viele haben bereits vor Jahren, ja sogar vor Jahrzehnten (!) sich immer wieder ins Moor begeben, Wasser wurde für eine Wiedervernässung angestaut, immer wieder wurde vehement versucht, einer Verbuschung - zumindest in Teilstücken des Moores - entgegen zu wirken. 

 

95 % der deutschen Moore modern mehr oder weniger nur noch vor sich hin. Das war auch eine der erstaunlichen Erkenntnisse des Vortrages. Nun liegt es also an uns, das zarte Lebenszeichen des Naturschatzes vor unserer Haustüre zu bewahren und zu erhalten. Es gilt also den Kampf gegen die Natur für die Natur weiterzuführen, und zwar für den Schutz der Umwelt, der im Moor selten vertretenen Pflanzen und damit gleichzeitig zum Schutz des Menschen; Naturschutz ist immer auch Schutz des Menschen, denn ein Moor dient auch als Kohlenstoffspeicher. Auch das war eine wichtige Erkenntnis des Abends. Und gleichzeitig gilt es, eine Balance zu finden, zwischen Naturschutz und Tourismus. Denn das Mosbrucher Moor hat Potential, eines der touristischen Highlights in der Verbandsgemeinde Kelberg zu werden.

M. Hegel

        Fragen zur Mitgliedschaft:

        service@nabu.de  oder

        Tel. 030/284984-40 00