Aktuelles rund um das Motto des NABU

 

             "Für Mensch und Natur"

 

     Weniger Seehunde im Wattenmeer   06.11.2022

Seehunde auf einer Sandbank
Seehunde auf einer Sandbank

Die Zahl der im Wattenmeer lebenden Seehunde ist deutlich gesunken. Bei der jährlichen Zählung wurden im Sommer insgesamt 23.652 Seehunde gesichtet - die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2011, wie das Gemeinsame Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven am Dienstag mitteilte. Bei den während des Fellwechsels beobachteten Tieren gab es einen Rückgang um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, auch die Zahl der Jungtiere sank um 22 Prozent.

Die Daten beziehen sich auf den Gesamtbestand im Wattenmeer der Nordsee, umfassen also Deutschland, Dänemark und die Niederlande. Nach Angaben der Experten ist die genaue Ursache für die sinkenden Zahlen unklar. Möglicherweise nähere sich der Bestand der Kapazitätsgrenze des Wattenmeers an und werde durch begrenzte Ressourcen wie zum Beispiel Nahrung eingeschränkt.|mehr|

Quelle: Umweltpanorama

 

   Tod einer Touristin; Hunde waren es, kein Wolf   04.11.2022

Ruhender Wolf
Ruhender Wolf

Der tragische Fall einer britischen Frau, die im September 2017 in Nordgriechenland tödlich verunglückte, als sie von Wölfen oder Hunden angegriffen wurde, ist schließlich abgeschlossen worden. Das Gericht stellte fest, dass der Tod auf einen Angriff von Herdenschutzhunden zurückzuführen war und berief sich dabei auf eine wissenschaftliche Untersuchung des Falles. Die ursprünglich in vielen Medien verbreitete Behauptung, Wölfe seien für die tödliche Attacke verantwortlich, ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit unzutreffend. |mehr|

Quelle Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf:

 

   Braunkehlchen ist Vogel des Jahres 2023   01.11.2022

Braunkehlchen - Vogel des Jahres 2023
Braunkehlchen - Vogel des Jahres 2023

Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres: 2023 trägt das Braunkehlchen den Titel und löst damit den Wiedehopf ab. Bei der dritten öffentlichen Wahl vom NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), haben fast 135.000 Menschen mitgemacht. 58.609 Stimmen entfielen dabei auf das Braunkehlchen, 24.292 auf den Feldsperling, 22.059 auf den Neuntöter, 21.062 auf den Trauerschnäpper und 8.797 auf das Teichhuhn. |mehr|

 

  Positivliste für Heimtiere gefordert  15.10.2022

Der Serval käme für eine Positivliste nicht in Frage
Der Serval käme für eine Positivliste nicht in Frage

Im Zuge eines Parlamentarischen Abends in Berlin haben sieben Tier- und Artenschutzorganisationen ein neues Rechtsgutachten vorgestellt. Dieses zeigt auf, dass eine Positivliste für Heimtiere dringend notwendig ist und in Deutschland rechtskonform umgesetzt werden könnte. Die Tier- und Artenschutzorganisationen AAP, Deutscher Tierschutzbund, Humane Society International (HSI), IFAW, Pro Wildlife, VIER PFOTEN und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern daher die Bundesregierung auf, den Handel mit und die Privathaltung von Heimtieren mithilfe einer Positivliste zu regulieren. Das Ziel einer Positivliste ist, das derzeit riesige Artenspektrum im Heimtierhandel auf tatsächlich für den Handel und die Haltung durch Privatpersonen geeignete Tierarten zu beschränken. Dabei sind Aspekte des Tier-, Arten- und Naturschutzes sowie der menschlichen Gesundheit und der öffentlichen Sicherheit gleichermaßen zu berücksichtigen. Viele andere europäische Länder haben bereits reagiert und nationale Positivlisten für bestimmte Tiergruppen beschlossen. |mehr|

Quelle: Deutscher Naturschutzring (DNR)

 

 Tierpopulationen massiv geschrumpft   14.102022

Westlicher Flachlandgorilla
Westlicher Flachlandgorilla

Die Bestände wild lebender Wirbeltiere sind in den vergangenen 50 Jahren massiv geschrumpft. Zwischen 1970 und 2018 sei bei den mehr als 31 000 untersuchten Populationen ein Rückgang von durchschnittlich 69 Prozent zu beobachten gewesen, schreiben die Umweltstiftung WWF und die Zoologische Gesellschaft London in ihrem nun veröffentlichten »Living Planet Report 2022«. Insgesamt wurden die Daten zu mehr als 5230 Wirbeltierarten auf der ganzen Welt ausgewertet. Dazu gehören Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien.

 

Die Ursachen für die gesunkenen Bestände und den Artenverlust sind im Grunde bekannt: Durch Waldrodungen und Erschließung von Flächen gehen Habitate von Wildtieren verloren; die Umweltverschmutzung und der Klimawandel beeinträchtigen die Lebensräume zusätzlich. |mehr|

Quelle: Spektrum.de

 

     Amazonas-Abholzung um 50% gestiegen  08.10.2022

Illegale Abholzung in Brasilien
Illegale Abholzung in Brasilien

Im September wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat im Amazonas ein hoher Waldverlust gemessen. Experten vermuten, dass der Wahlkampf in Brasilien mitverantwortlich ist. Mit einem Waldverlust von 1.455 Quadratkilometern stellt der gerade abgelaufene September einen Rekord auf: Seitdem Brasiliens staatliches Klimainstitut Inpe die Messreihe mit dem Deter-Satelliten im Jahr 2015 aufnahm, wurde kein so hoher Wert gemessen. Er liegt 47,7 Prozent über dem September des vergangenen Jahres. Experten vermuten, dass der derzeitige Wahlkampf für die hohen Werte mitverantwortlich ist.|mehr|

Quelle: ZEIT ONLINE

 

     Wisentprojekt vor dem Aus?   05.10.2022 

Wisent
Wisent

Die Zukunft eines Artenschutzprojektes für Deutschlands einzige freilebende Wisent-Herde ist ungewiss. Das Projekt am Rothaarsteig solle „jetzt abgewickelt werden“, hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein überraschend vor einigen Tagen mitgeteilt und auf den Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein verwiesen. Dieser könne die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine Weiterführung nicht sicherstellen und habe zudem die Kündigung der bisherigen Vereinbarung erklärt. Aus dem NRW-Naturschutzministerium hieß es dazu auf dpa-Anfrage: „Der einseitige Schritt des Trägervereins wirft vertragsrechtliche, artenschutzrechtliche und finanzielle Fragen auf, die es jetzt zu klären gilt.“ |mehr|

Quelle: Münsterland Zeitung

 

         Mäuse fressen Insel leer   01.10.2022

Farallon Islands vor Kalifornien
Farallon Islands vor Kalifornien

Etwa 50 Kilometer vor der kalifornischen Küste erheben sich die Farallon Islands aus dem Pazifik: Heimat einiger einzigartiger Tier- und Pflanzenarten und Nistplatz unzähliger Seevögel. Doch seit dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert leben hier auch eingeschleppte Hausmäuse, deren Hunger zunehmend zum Problem für den Rest der Bewohner wird, wie Michael Polito von der Louisiana State University und sein Team beobachtet und in »PeerJ—Life and Environment« beschrieben haben. |mehr|

Quelle: Spektrum.de

 

    Deutschland hat nur noch vier Gletscher   29.09.2022

Südlicher Schneeferner Ende August 2003
Südlicher Schneeferner Ende August 2003

Durch den heißen Sommer hat der Südliche Schneeferner an der Zugspitze seinen Status als Gletscher verloren. Wie die Bayerische Akademie der Wissenschaften mitteilte, sei aufgrund der geringen Eisdicke dort keine Eisbewegung mehr zu erwarten. Somit sei der Südliche Schneeferner nicht länger als eigenständiger Gletscher zu betrachten. In Deutschland gibt es nun nur noch vier Gletscher – die ebenfalls stark vom Abschmelzen bedroht sind.|mehr|

Quelle: ZEIT ONLINE

 

    Jetzt wählen! Wer wird Vogel des Jahres 2023?   27.09.2023

Der Raubwürger ist eineer von fünf Kandidaten
Der Raubwürger ist eineer von fünf Kandidaten

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) lassen den Vogel des Jahres wieder öffentlich wählen. Jeder und jede kann unter www.vogeldesjahres.de mitbestimmen, wer Jahresvogel 2023 wird. „Zuletzt haben bundesweit mehr als 143.000 Menschen bei der Wahl mitgemacht und mit dem Wiedehopf einen waschechten Baden-Württemberger zum Vogel des Jahres 2022 gekürt“, sagt der NABU-Vogelfachmann Stefan Bosch. „Es ist gut und wichtig, dass das Interesse an Naturschutz und der heimischen Vogelwelt so groß ist.“ |mehr|

 

Nosferatuspinnen weiter verbreitet als bisher bekannt  22.09.2022

Nosferatuspinne
Nosferatuspinne

Die Nosferatuspinne kommt bei uns fast ausschließlich in Gebäuden vor. In Deutschland wurde die Art erstmals 2005 in Freiburg im Breisgau entdeckt. Bis Sommer 2022 waren im NABU-naturgucker immerhin bereits rund 500 Beobachtungen registriert – zwei Wochen nach Start des NABU-Aufrufs sind es nun fast 16.000. Vom großen Echo zeigt sich NABU-Experte Dr. Roland Mühlethaler angenehm überrascht: „Das Thema hat bei den Medien ebenso gezündet wie beim Publikum. Ein Grund ist neben der eindrucksvollen Größe sicher die Nähe der Art zum Menschen. Dazu kommt noch ein gewisser Gruselfaktor, die Benennung nach einem Stummfilm-Vampir regt zusätzlich die Phantasie an.“ |mehr|

 

          Je bunter, desto gefährdeter 18.09.2022

Java-Buschelster im Zoo Prag
Java-Buschelster im Zoo Prag

Auf der indonesischen Insel Java leben mindestens 75 Millionen Vögel als Haustiere in Käfigen; von manchen Arten wie der Java-Buschelster (Cissa thalassina) oder der Schwarzflügelmaina (Acridotheres melanopterus) existieren inzwischen mehr Tiere in Gefangenschaft als in freier Natur. Und Java ist nur ein Land von vielen, in denen Wildvögel massenhaft gehalten werden. Rebecca Senior von der Durham University und ihr Team haben nun einen Zusammenhang zwischen der Färbung von Singvögeln und ihrem Aussterberisiko ermittelt, wie sie in »Current Biology« darlegen: Je bunter und einzigartiger eine Art gefärbt ist, desto höher ist ihr Aussterberisiko. |mehr|

Quelle: Spektrum.de

 

      Protest in Berlin am Tag des Amazonas   06.09.2022

#StopBrazilsGenocide  - Aufschrift der Regenschirme
#StopBrazilsGenocide - Aufschrift der Regenschirme

Am Montag, dem 5. September, gingen Protestierende gemeinsam mit Olimpio Guajajara und Alessandra Munduruku zum Tag des Amazonas vor dem Brandenburger Tor gegen die völkermörderische Politik Bolsonaros auf die Straße. Die beiden international bekannten indigenen Aktivist*innen, Survival International, die Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) und andere Gruppen wiesen damit auf die besonders bedrohliche Lage für indigene Völker in Brasilien hin.|mehr|

Quelle: Survival

 

 Maulwürfe leiden stark unter der Hitze   04.09.2022

 

Toter Maulwurf
Toter Maulwurf

«Ihnen macht die große Hitze beziehungsweise der trockene Sommer sehr zu schaffen», erläutert Felicitas Rechtenwald, Artenschutz-Referentin beim Naturschutzbund Nabu. «Der Boden ist dann durch den ausbleibenden Regen so trocken, dass die Tiere, besonders die Jungen aus dem Vorjahr, keine Regenwürmer oder andere Insekten ausgraben können.»

Wenn dann die Jungtiere auf der Suche nach neuen Revieren abwandern, seien sie wegen Hungers langsamer als sonst. Sie könnten deshalb auch leichter von Fressfeinden ausgegraben und getötet werden oder verhungern schlicht. Aufgefressen werden die Tiere nicht, nur totgebissen, «da sie wohl nicht schmecken und ein sehr dichtes Fell haben», sagt Rechtenwald. |mehr|

Quelle: proplanta

 

    BW - Erneut Goldschakalnachwuchs    21.07.2022

Goldschakal: Zuwanderer aus dem asiatischen Raum
Goldschakal: Zuwanderer aus dem asiatischen Raum

Erneut Nachwuchs beim Goldschakal-Pärchen im Schwarzwald-Baar-Kreis: Laut Fotofallenbilder hat das Goldschakalpaar mindestens vier Welpen. Das ist nun bereits der zweite bestätigte Wurf. Im vergangenen Jahr war erstmals nachgewiesen worden, dass Goldschakale sich im Landkreis niedergelassen und Junge bekommen haben. Nach ersten Aufnahmen der Goldschakalfähe durch Wildtierkameras des FVA-Wildtierinstitutes, die auf einen Nachwuchs hindeuten, folgten am 20. und 21. Juni nun Fotos, die jungen Goldschakale direkt bestätigen. |mehr|

Quelle: DBBW

 

    Papageien erobern deutsche Großstädte   21.06.2022

Nur die Männchen tragen das namengebende Halsband
Nur die Männchen tragen das namengebende Halsband

Papageien sind exotische bunte Vögel, beheimatet meist dort, wo es warm ist. Doch die Tropentiere fühlen sich auch hierzulande wohl: Grüne und gelbe Papageien haben in vielen Großstädten Deutschlands Einzug gehalten. Halsbandsittiche (Alexandrinus manillensis) leben in Düsseldorf mitten in der Stadt. Ein Baum nahe der noblen Königsallee dient den Tieren als Nachtlager. In Köln an der Rheinpromenade werden die Tiere von Touristen bestaunt – entlang des Flusses gen Süden haben sie optimale Lebensbedingungen gefunden. Auch in Heidelberg nächtigen etwa tausend der Vögel nahe dem Hauptbahnhof in Bäumen. |mehr|

Quelle: SPIEGEL

 

 NRW kann staatliches Wildnisziel erreichen   13.06.2022

Wildnis im Anklamer Stadtbruch
Wildnis im Anklamer Stadtbruch

Die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände BUND und NABU veröffentlichten eine Studie, die das Potenzial für mehr Wildnis in Nordrhein-Westfalen aufzeigt. Demnach könnte die Landesregierung auf zwei Prozent der Fläche große Wildnisgebiete etablieren – und dies alleine auf Flächen der öffentlichen Hand. Die Naturschutzverbände fordern daher von der kommenden Landesregierung ein größeres Engagement, um das Zwei-Prozent-Wildnisziel der Bundesregierung zu erreichen. CDU und die Grünen sollen dies bereits in den laufenden Sondierungsgesprächen berücksichtigen.

 

Wildnisgebiete sind mindestens 1.000 Hektar große, zusammenhängende Räume, in denen sich Natur frei von menschlichen Einwirkungen entwickeln darf. Bis 2020 sollte nach dem Willen der Bundesregierung auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche Wildnis entstehen dürfen. Eine Länderumfrage aus dem letzten Jahr deckte auf, dass bisher mit 0,6 Prozent nicht einmal ein Drittel davon erreicht ist. Nordrhein-Westfalen ist im Bundeslandvergleich Schlusslicht: hier darf die Natur nur auf 0,19 Prozent der Fläche (6.330 Hektar) ihren eigenen Lauf nehmen; nämlich in der Kernzone des Nationalparks Eifel. |mehr|

Quelle: Wildnis in Deutschland

 

     Indigene verlangen Rückkehr in ihre Dörfer   05.06.2022

Vertriebene Jenu Kuruba-Frau
Vertriebene Jenu Kuruba-Frau

Indigene Völker, die im berühmten Nagarhole-Nationalpark leben und die nach Angaben der Behörden freiwillig aus dem Reservat umgesiedelt wurden, sind in Wirklichkeit gewaltsam vertrieben worden, wie eine Untersuchung von Fridays for Future Karnataka und anderen ergab.

 

Die gewaltsamen Vertreibungen werden hauptverantwortlich von der indischen Forstbehörde durchgeführt, aber die Naturschutzorganisation Wildlife Conservation Society (WCS) unterstützt sie. Die Organisation besteht darauf, dass es sich um „freiwillige Umsiedlungen“ handelt, von der die indigene Bevölkerung, die laut WCS in ständiger Angst vor den Wildtieren im Wald lebte, profitiert. |mehr|

Quelle: Survival

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