Aktuelles rund um das Motto des NABU
"Für Mensch und Natur"
Weniger Pestizide, mehr Artenvielfalt 22.07.2026

Pestizide werden in der konventionellen Landwirtschaft nach wie vor regelmäßig eingesetzt. Darunter leidet jedoch die Biodiversität. Denn chemische Pflanzenschutzmittel sind laut Umweltbundesamt ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Artenvielfalt in Agrarlandschaften. Deshalb haben in der Förderinitiative Pestizidvermeidung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) elf Projekte neue Methoden für Ackerbau mit möglichst wenigen Chemikalien entwickelt. Das Freiburger Öko-Institut hat die vielversprechendsten Lösungen herausgearbeitet – mit DBU-Förderung in Höhe von rund 220.000 Euro. |mehr|
Quelle: DBU
Ein Riff für den Austernfischer 19.07.2026

Im Frühjahr 2026 wurde im Rahmen des Projekts RESTORE III im Naturschutzgebiet Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht ein rund 100 Quadratmeter großes Austernriff der heimischen Europäischen Auster angelegt. Ziel der Maßnahme ist die Wiederansiedlung der einst in der Nordsee weit verbreiteten, heute jedoch nahezu ausgerotteten Art.
Für den Aufbau des Riffs wurden 80 Tonnen Natursteine in biologisch abbaubaren Kokosnetzen auf dem Meeresboden ausgebracht. Darauf wurden Netze mit rund 160.000 einjährigen Jungaustern aus der Austernzuchtanlage Helgoland befestigt, die auf alten Austernschalen angesiedelt wurden. Die Steingrundlage schützt die Jungtiere vor Übersandung und starker Strömung. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitete die Arbeiten mit einer Mitarbeiterin an Bord. |mehr|
Quelle:BfN
Die Rückkehr des Waldrapps 16.07.2026

Der aus Europa verschwundene Waldrapp kehrt dank „menschengeführter Migration“ zurück. Dass dies gelingt, ist nicht nur wissenschaftlicher Expertise zahlreicher Kooperationspartner, Innovationskraft und außergewöhnlichem Engagement zu verdanken, sondern auch einem zentralen Instrument europäischer Umweltpolitik: dem LIFE-Programm. |mehr|
Quelle: DNR
Lichtverschmutzung 01.07.2026

Künstliches Licht in der Nacht ist eine allgegenwärtige Umweltbeeinträchtigung. Seine Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme sind wissenschaftlich gut dokumentiert. Das hat den Gesetzgeber veranlasst, die zusätzliche Schutzvorschrift § 41a in das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) aufzunehmen. Damit hat der Gesetzgeber die Grundlage geschaffen, den Schutz von Tieren und Pflanzen vor den Auswirkungen künstlicher Beleuchtung durch eine Rechtsverordnung konkret auszugestalten. Die Schutzvorschrift tritt in Kraft, wenn eine Rechtsverordnung mit konkreten Anforderungen erlassen wird. Doch Außenbeleuchtungen einer Steuerung zu unterwerfen, die die Schutzbedürfnisse von Arten sachgerecht berücksichtigt, ist schwierig. Deshalb hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) nun eine naturwissenschaftliche und rechtliche Grundlage für die Umsetzung des § 41a BNatSchG geschaffen und in einer BfN-Schrift veröffentlicht. |mehr|
Quelle: Natur und Landschaft
Sauberes Wasser? Später! 24.06.2026

Das EU-Parlament hat dafür gesorgt, die Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie zu verzögern. Die EU-Kommission soll zunächst prüfen, was Pharma- und Kosmetikindustrie die Einführung einer vierten Reinigungsstufe kosten würde. Dabei gilt in der EU das Verursacherprinzip. Parallel weichen Rat und Parlament Sicherheitsvorschriften bei Kosmetika auf. |mehr|
Quelle: Deutscher Naturschutzring (DNR)
Ein neuer Luchs für den Pfälzerwald 23.06.2026

Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen.
„Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten“, sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider, die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. |mehr|
Quelle: SNU
Geier kreisen über Deutschland 22.06.2026

Immer mehr Geier kreisen über Deutschland. Was sonst im übertragenen Sinn für Missstände in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft steht, ist jetzt wörtlich zu nehmen. Waren es im April und Mai nur einzelne Vögel, sind nun mehr als ein Dutzend der großen Aasfresser eingeflogen. |mehr|
Buckelwal "Timmy": Ein Weckruf für den Meeresschutz
26.04.2026

Wenn ein Buckelwal seinen Weg in die Ostsee findet, sorgt das für große Aufmerksamkeit. Doch so außergewöhnlich diese Begegnung ist, sie erzählt eine größere Geschichte – über den Zustand unserer Meere, die zunehmenden Risiken für Wale und Delfine und den dringenden Handlungsbedarf im Meeresschutz.
Für Whale and Dolphin Conservation (WDC), die international führende Wal- und Delfinschutzorganisation, ist der Buckelwal in der Ostsee kein isoliertes Ereignis, sondern ein sichtbares Zeichen tiefgreifender Veränderungen in den Ozeanen. Veränderungen, die maßgeblich vom Menschen verursacht sind – und die politische Antworten verlangen.
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Quelle: Sonnenseite
So viele Weißstörche wie noch nie 11.04.2026

An dem Mythos des Kinder bringenden Klapperstorchs gemessen, müsste Deutschland einen Babyboom erleben. Es gibt laut jüngster Bilanz vermutlich so viele Weißstörche wie noch nie. Zwar ist noch unklar, wie stark die Vogelgrippe die Population reduziert hat – Experten erwarten aber keinen Einbruch. Der Großvogel ist sehr anpassungsfähig. Seine langanhaltende Verehrung durch die Menschen und neue Nahrungsquellen etwa im Zuge der Landwirtschaft erleichtern dem Weißstorch das Leben.
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Quelle: GEO
Zum Vorteil von Schaf und Schäfer 07.04.2026

Jahrelang waren Wölfe in Deutschland ein seltener Anblick. Nach Zahlen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) wächst die Population jedoch seit einiger Zeit – von 128 Rudeln im Jahr 2019 auf nun 219 bestätigte Rudel 2025. Ein aktueller Vorfall, bei dem ein Wolf eine Frau in einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona gebissen hat, sorgt derweil für intensive Debatten über den Umgang mit Wölfen. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 125.000 Euro geförderte Startup Pax Lupus aus Wismar hat derweil ein autonomes System entwickelt, das in freier Natur Wolfs- und Herdenschutz zugleich ermöglicht: Eine mobile Anlage vertreibt Wölfe mit Drohnen, ohne die Tiere zu schädigen. |mehr|
Quelle: DBU
Raffinierte Rettungsaktion 02.04.2026

Feldhamster sind vom Aussterben bedroht und vielerorts bereits aus der Natur verschwunden. Letzte Chance für den Erhalt der Art ist die Nachzucht. Das ist bei den Einzelgängern gar nicht einfach.
Der Flirt kann für das Männchen unter Umständen böse ausgehen. »Ich muss vorwarnen, Hamster sind nicht ohne. Wenn wir die gleich zusammensetzen, kann es auch sein, dass sie sich mal fetzen«, sagt der Tierpfleger Jörg Kritschker.
Einen Paarungskandidaten hat es im Vorjahr übel erwischt. »So richtig verbissen, so schnell kam ich auch gar nicht dazwischen«, schildert der Tierpfleger. Zwei »Macken«, die das Weibchen hinterlassen hat, mussten in der Tierarztpraxis genäht werden.
Sichtbare Verletzungen sind aber die Ausnahme. Um den Stress der Tiere zu reduzieren, geht das Team nach einem Stufenplan vor. Die Nachzucht hier im Münsterland und anderswo soll den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Art sichern. |mehr|
Quelle: Spektrum.de
Natur wiederherstellen 17.03.2026

Der NABU warnt Bund und Länder eindringlich, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur auszubremsen. Stattdessen sollte die Umsetzung entschlossen vorangebracht werden, fordert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger anlässlich des Deutschen Naturschutztags in Berlin. Mehr als 80 Prozent der Lebensräume in Europa befinden sich in einem schlechten Zustand. „Europas Natur steckt in einer historischen Krise und dieses Gesetz ist eines der zentralen Instrumente, um sie zu stoppen“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. |mehr|
Keine Essensreste für Wölfe 14.03.2026

In der Lausitz-Stadt Spremberg locken Essensreste auf Komposthaufen trotz erster Abschreckungsversuche immer wieder Wölfe an. Das Landesamt für Umwelt sieht die Gefahr, dass sich die Tiere zunehmend an den Menschen gewöhnen und ruft die Bevölkerung wiederholt auf, Futterquellen zu beseitigen. «Es ist ein aufwendiger Fall, den wir so bislang nicht hatten», sagte der Referatsleiter für Artenschutz beim Landesamt für Umwelt (LfU), Lars Lachmann. |mehr|
Quelle: proplanta