Aktualisierung vom Januar 2014:

Nach dem inzwischen von der Planungsgemeinschaft Region Trier vorgelegten Entwurf für den kommenden Raumordnungsplan ist der Döhm nicht mehr für den Rohsoffabbau vorgesehen.

 

Aktualisierung vom September 2016

Im September 2016 wurde auf Anregung und mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz von der Planungsgemeinschaft ein dialogorientiertes Begleitprojekt zum Neuaufstellungsverfahren des Regionalen Raumordnungsplans eingerichtet. Dabei spielt der Entwurf für den neuen Regionalen Raumordnungsplan keine Rolle mehr. Es heißt nunmehr: Alles zurück auf Null! Somit steht der Hohe List neben weiteren Bergen erneut für den Gesteinsabbau zur Disposition.

 

   Hoher List, trotz Sternwarte kein Schutz mehr? 

         

Das 3-Maare-Dorf Schalkenmehren hat sich dank der umgebenden Naturschönheiten zu einer Schwerpunktgemeinde des Tourismus in der Vulkaneifel entwickelt. Es locken die Maare und das Naturschutzgebiet Sangweiher. Auch die Sternwarte der Uni Bonn auf dem Hohen List trägt zur Bekanntheit des Dorfes bei. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass es den 549 m hohen Vulkankegel heute überhaupt noch gibt. Zwar war der Hohe List seit 1951 durch ein eigenes, 12 ha großes Landschaftsschutzgebiet (LSG) geschützt. Das wurde jedoch später aufgehoben und durch das große LSG „Zwischen Üß und Kyll“ ersetzt.

 

Wie die Geschichte vieler Berge in diesem LSG belegt, vermochten die Bestimmungen der LSG-Verordnung nicht, diese Berge vor einem Abbau zu bewahren. Das gleiche Schicksal hätte möglicherweise auch den Hohen List ereilt, hätte es nicht die Sternwarte gegeben. Denn Lava wurde auch am Hohen List abgebaut. Auf Grund privater Vereinbarungen zwischen der Leitung der Sternwarte und dem Betreiber der Grube beschränkte sich der Lavaabbau bis heute jedoch auf ein verhältnismäßig kleines Areal.

 

Das könnte sich auf Grund der Vorschläge des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB) in Zukunft ändern. Um die jetzige Grube, die z.T. schon wieder verfüllt wird, soll sich bis direkt an die Gebäude der Sternwarte nach Westen hin ein „Vorranggebiet Rohstoffsicherung“ erstrecken. Der restliche Teil des Hohen List ist zunächst als „Vorbehaltsgebiet Rohstoffsicherung“ vorgesehen. Aus diesem lässt sich zu gegebener Zeit sehr schnell eine Vorrangfläche machen. Nach Osten reicht das geplante Vorranggebiet weit in den Johannisberg hinein.

 

Schon 2005 hatte der Ortsgemeinderat von Schalkenmehren beschlossen, dass die Grenzen des bisherigen Abbaues nicht ausgeweitet werden sollen. Wie ähnliche Beschlüsse anderer Gemeinden auch, beeindruckte dies das LGB jedoch offensichtlich nicht. Denn das vom LGB vorgeschlagene „Vorranggebiet Rohstoffsicherung“ würde eine über 20 ha große Lavagrube ermöglichen und damit das gesamte Landschaftsbild um Schalkenmehren grundlegend verändern. Die Gäste in Schalkenmehren,auf dem Senheld und am Maarsattel dürfte ein solcher (Gruben-)Anblick wenig erfreuen.

 

     Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher
Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) rät zu einem Paradigmenwechsel beim Wassermanagement im ländlichen Raum. „Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre macht es erforderlich, das Wasser in der Landschaft zu halten und Fließgewässern ausreichend Raum zu geben“, sagte Alexander Bonde, DBU-Generalsekretär bei der Jahrespressekonferenz, die erstmalig per Videokonferenz stattfand. In Zeiten von Hitze, Dürre und Starkregen, die der Klimawandel verursache, seien Anpassungen nötig. „Zielführend sind regionale Konzepte, die gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Behörden, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz erarbeitet werden. Unterstützung bieten digitale Systeme, die beispielsweise die Wasserverteilung in der Landschaft virtuell darstellen“, so Bonde. Auch die Wirkung der Energiewende auf den Wasserhaushalt müsse zukünftig berücksichtigt werden. Einer Studie zufolge werde sich der Wasserbedarf im Energiesektor bis 2050 in Deutschland um die Hälfte verringern. |mehr|

 

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