Das Strohner Märchen

 

Das Strohner Märchen ist Bestandteil des 1984 ausgewiesenen NSG „Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen“. Es entstand im Zusammenhang mit dem Eifelvulkanismus, der vor etwa um 8.800 v. Chr. an der Stelle des heutigen Moores ein Maar schuf. Es ist heute vollständig verlandet. Eine etwa 10 m dicke Torfschicht haben die Torfmoose in der zurückliegenden Zeit herausgebildet. Als Hochmoor zählt das Strohner Märchen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen überhaupt.

 

Diese besondere Bedeutung wird beispielsweise am Hochmoor Perlmutterfalter deutlich. Bis 2013 gab es diesen Schmetterling in Rheinland-Pfalz außer am Strohner Märchen und am Dürren Maar nur noch an einem weiteren Standort im Pfälzer Wald. Mit Tieren aus dem Strohner Märchen wurde erfolgreich eine Wiederansiedelung im NSG Mürmes vorgenommen. 

 

Der durch Nährstoffarmut und saures Wasser charakterisierte Hochmoorlebensraum wurde in den letzten Jahren zunehmend durch ein Vordringen von Gehölzen beeinträchtigt. Im Jahre 2011 war das Moor nahezu vollständig von einem Gehölzsaum umschlossen. Von diesem dehnten sich die Gehölze mehr und mehr in das Innere des Moorbereichs aus. Sie entzogen dem Moor das für das Torfwachstum unbedingt erforderliche Wasser. Zudem beeinträchtigten Schattenwurf und zusätzlicher Nährstoffeintrag durch Laubfall der Gehölze die auf einen an sich nährstoffarmen Standort spezialisierten Moorpflanzen.

 

Wegen seiner Bedeutung wurde das Strohner Märchen in das EU-LIFE-Projekt „Moore“ miteinbezogen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Moore des Hunsrücks und der Eifel mit ihren speziellen Pflanzengesellschaften und der darauf angepassten Tierwelt zu erhalten und aufzuwerten.

 

Der NABU-Daun hatte bereits in den 1980er Jahren punktuell Entbuschungsarbeiten am Strohner Märchen durchgeführt. 2011 konnten unter Federführung des Forstamtes Daun im Rahmen des EU-LIFE-Projektes umfangreiche Rodungsarbeiten vorgenommen werden, um die die Moorvegetation gefährdenden Gehölze zu entfernen. Die weitere Pflege des Gebietes hat der Eifelverein Strohn übernommen.

 

Bei einer NABU-Wanderung am 15.09.2013 erläuterten Frau Irene Sartoris vom Vulkanhaus Strohn, Herr Alfred Welter vom Eifelverein Strohn und der Vorsitzende der NABU-Gruppe Daun Sepp Wagner die Besonderheiten des Strohner Märchens. Diese Wanderung gab Anlass für die Zusammenstellung der nachfolgenden Bildergalerie.

 

Sie gibt einen Einblick in den Verlauf der Wanderung und stellt einen Teil der Tier- und Pflanzenwelt des Strohner Märchens in Bild und Text vor. 

 

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     Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher
Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) rät zu einem Paradigmenwechsel beim Wassermanagement im ländlichen Raum. „Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre macht es erforderlich, das Wasser in der Landschaft zu halten und Fließgewässern ausreichend Raum zu geben“, sagte Alexander Bonde, DBU-Generalsekretär bei der Jahrespressekonferenz, die erstmalig per Videokonferenz stattfand. In Zeiten von Hitze, Dürre und Starkregen, die der Klimawandel verursache, seien Anpassungen nötig. „Zielführend sind regionale Konzepte, die gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Behörden, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz erarbeitet werden. Unterstützung bieten digitale Systeme, die beispielsweise die Wasserverteilung in der Landschaft virtuell darstellen“, so Bonde. Auch die Wirkung der Energiewende auf den Wasserhaushalt müsse zukünftig berücksichtigt werden. Einer Studie zufolge werde sich der Wasserbedarf im Energiesektor bis 2050 in Deutschland um die Hälfte verringern. |mehr|

 

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