Nisthilfen in Daun für Falken gesichert 24.12.2014
Ungemütliches Arbeiten hoch über den Glocken
In den zurückliegenden Jahren hatte der NABU-Daun nicht nur an der Liesertalbrücke der A1 Nisthilfen für Falken angebracht, sondern auch an der ev. Kirche auf dem Burgberg und an der kath. Nikolauskirche. Bald konkurrierten jedoch Nilgänse mit den Falken um die hervorragenden Brutplätze. An der A1 behauptete das Wanderfalkenpaar seinen Brutplatz gegenüber den Nilgänsen. An der ev. Kirche setzten sich jedoch die Nilgänse gegenüber den dortigen, schwächeren Turmfalken durch. An der Nikolauskirche kam es als Folge der Auseinandersetzungen um den Brutplatz im abgelaufenen Jahr erst gar nicht zu einer Brut. Ein Grund, an den Kästen entsprechende Veränderungen vorzunehmen.
Nilgänse als Brutplatzkonkurrenten
Ursprünglich ist die Nilgans in Afrika zu Hause. Aber schon seit dem 18. Jahrhundert wird sie als Ziergeflügel in Europa gehalten. Bei der Brutplatzwahl sind Nilgänse sehr flexibel. Neben Nestern auf dem Boden nutzen sie auch Baumhöhlen zum Brüten – oder halt eben Falkennisthilfen. Kurz nach dem Schlüpfen müssen die Küken als Nestflüchter das Nest durch einen Sprung in die Tiefe verlassen. Selbst von der Höhe eines Kirchturms aus überstehen die kleinen Federbällchen den Sprung in der Regel unverletzt. So kamen auch die Jungen der zwei Bruten an der ev. Kirche heil auf dem Boden an.
Für Falken gesichert
Gedacht waren die Falkennisthilfen allerdings nicht für Nilgänse. Sie sollen auch den Falken vorbehalten bleiben. Die beiden NABU-Daun Vorstandsmitglieder Georg Möhnen und Hans-Peter Felten schritten daher in der vergangenen Woche zur Tat und machten die Nisthilfen in den beiden Kirchen nilganssicher. Dies war mit ein paar Holzlatten zu bewerkstelligen. Sie verengen die Eingangsöffnung derart, dass nur noch Vögel von Falkengröße in den Brutraum gelangen können. Nilgänse bleiben künftig außen vor.
Nicht ganz einfache Arbeiten
Beide Kirchen weisen äußerst enge Aufstiege nach oben auf. Während in der ev. Kirche der Kasten in den Schalllöchern neben den Glocken hängt, hängt er in der Nikolauskirche noch über den Glocken in einer Dachgaube oben im Turmhelm. Eingebaute Leitern dorthin gibt es nicht mehr. So musste eine lange, dreiteilige Leiter über die vielen Treppen und durch die engen Luken nach oben bugsiert werden. Ein Podest, von dem aus gearbeitet werden könnte, sahen die Kirchenerbauer dort auch nicht mehr vor. Erst ein „Spaziergang“ über die Balken im Turmhelm ermöglichte das Auslegen von Schalbrettern auf einem Balkenstern als provisorisches Arbeitspodest. Eine Stehleiter musste ebenfalls noch oben gebracht werden, um den Kasten vom Podest aus erreichen zu können.
Die nachfolgenden Bilder geben einen Einblick in die Arbeiten und zeigen auch, wie es in den Jahren 2009 und 2010 losging. Zum Vergrößern Bild anklicken.
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