Rohstoffsicherung: Wer arbetet mit falschen Zahlen? 02.03.2014
Angeblich nicht existierende Lavagrube am Tommelberg bei Winkel
Im Hinblick auf die Rohstoffsicherung wirft die Planungsgemeinschaft Trier in Berichten im Trierischen Volksfreund und im Daun-Gerolsteiner Wochenspiegel der Arbeitsgemeinschaft Dauner Naturschutzverbände vor, sie arbeite mit falschen Zahlen. Der NABU-Daun ist Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft und hat maßgeblich am Zustandekommen dieser Zahlen beigetragen. Von daher trifft der Vorwurf auch uns. Was ist es nun um den Vorwurf bestellt?
Vier oder acht neue Tagebaue?
Wir hatten in unserer Meldung vom 13.01.2014 mitgeteilt, dass ungeachtet des Wunsches des Kreistages Vulkaneifel, keine neuen Lava- oder Basalttagebaue mehr haben zu wollen, die Vorschläge der Planungsgemeinschaft auch 8 neue Abbaustellen beinhalten. Dem TV-Redakteur Mario Hübner hingegen teilte die Planungsgemeinschaft dazu mit, es handele sich lediglich um 4 neue Stellen. Im TV-Bericht vom 05.02.2014 wurden diese veröffentlicht:
Wetschberg/Mühlenberg bei Oberbettingen
Roßbüsch bei Oberbettingen/Kalenborn-Scheuern
Flächen am Holzmaar/Dürren Maar
Tommelberg bei Winkel
Fünf weitere Stellen erwähnt die Planungsgemeinschaft nicht, gibt aber mit dem Tommelberg bei Winkel eine neue an, an der schon seit vielen Jahren Lava abgebaut wird! Zu den somit verbleibenden drei neuen Flächen Wetschberg/Mühlenberg, Roßbüsch und Holzmaarbereich werden in der offiziellen Karten der Planungsgemeinschaft noch fünf weitere neue Abbaugebiete vorgeschlagen.
Nicht erwähnte neue Stellen
Folgende 5 Stellen sind in der offiziellen Karte der Planungsgemeinschaft als potentielle neue Aufschlüsse enthalten, werden aber von der Planungsgemeinschaft nicht erwähnt:
Reinertsberg bei Brück
Steineberger Lei bei Steineberg
Hasenberg bei Schönfeld
Niveligsberg bei Drees
Hasenberg bei Trittscheid
Unsere Aussage über 8 neue Abbaustellen ist somit korrekt!
Verfünffachung der bisherigen Abbaufläche
Im Daun-Gerolsteiner Wochenspiegel vom 12.02.2014 wird nach Angaben des Sprechers der Planungsgemeinschaft die Gesamtgröße der künftigen Abbaufläche mit 2.022 ha angegeben. Er wird zudem wie folgt zitiert: „Doch auch heute ist der Abbau nach dem gültigen Raumordnungsplan bereits auf einer Fläche von 1.855 Hektar für die Rohstoffsicherung vorgesehen.“ Daraus ergebe sich eine lediglich „maßvolle“ Erweiterung.
Bereits eine Woche zuvor, am 05.02.2014 zitierte der TV den Sprecher wie folgt: „Die in der öffentlichen Diskussion in der Vulkaneifel befürchtete Vervielfachung von Abbauflächen wird insoweit durch die Regionalplanung nicht gestützt“, und weiter, es erfolge „nur eine geringfügige Ausdehnung der Rohstoffsicherungsflächen“ – um 167 Hektar.
Außer den von den Naturschutzverbänden errechneten 400 ha Rohstoffflächen gibt es im derzeit geltenden Raumordnungsplan (ROP) jedoch keine weiteren Flächen, die bereits für einen Abbau vorgesehen sind. Die Aussage des Sprechers ist daher eine glatte Falschaussage.
„Äpfel und Birnen“ zusammengezählt
Neben den 400 ha sind zwar im alten ROP noch weitere Rohstofflagerstätten kartiert. Jedoch sind für diese Flächen noch verschiedene Möglichkeiten der Nutzung offengelassen. Bei keiner dieser Flächen sind daher im alten ROP bereits die Würfel zu Gunsten des Abbaus gefallen.
Wenn die Planungsgemeinschaft nun behauptet, der gültige ROP sehe bereits einen potentiellen Abbau auf 1.855 ha vor, so vereinnahmt sie dabei stillschweigend diese noch keineswegs festgelegten Flächen als künftige Abbaugebiete. Dies ist nicht bloß eine besonders kreative Form der Bilanzierung, bei der „Äpfel und Birnen“ zusammengezählt werden, sondern eine eindeutige Falschinformation. Es liegt dabei auch keinesfalls nur eine „maßvolle“ Erweiterung vor, sondern, so wie von den Naturschutzverbänden stets kommuniziert, eine Verfünffachung der bisherigen Abbauflächen auf über 2.000 ha.
Die Pressemitteilung zur Auffassung der Planungsgemeinschaft finden sie hier.
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