NSG Dauner Maare: Weidezaun am Weinfelder Maar zerstört  02.01.2014

                      Weidezaun und entbuschter Maarbereich

Eine böse Überraschung erlebte noch im vergangenen Jahr der Landwirt Leo Kordel vom Weinfelder Hof bei Mehren. Der Weinfelder Hof ist Partnerbetrieb Naturschutz und hat die im Rahmen des Pflegeplanes für das NSG Dauner Maare vorgesehene Beweidung der Hänge am Weinfelder Maar übernommen. Für die Beweidung wurde ein 25 ha großes Areal mit einem 2,7 km langen stromführenden Litzendrahtzaun eingezäunt. Das LEADER-Projekt „Dauner Maarlandschaft“ sowie das in Schalkenmehren laufende Flurbereinigungsverfahren machten es möglich. Bevor aber noch die erste Ziege ihre Arbeit als vierbeinige Landespflegerin aufnehmen konnte, war der Zaun schon an zwei Stellen zerstört worden.

 

Cui bono?

„Cui bono? – Wem nützt es?“ – dies ist üblicherweise die erste Frage, die man sich stellt, um dahinterzukommen, wer für eine Tat verantwortlich sein könnte. Einen Nutzen hat von dieser Zerstörung niemand, und so ist der Kreis derjenigen sehr groß, die als Täter in Frage kommen. Vom „Dummenjungenstreich“ über örtliche Neider bis hin zu einem durch die Zerstörung dokumentierten Protest gegen die Konzeption des LEADER-Projektes – alles ist möglich. Möglicherweise spielt hier auch mit hinein, dass ein in Daun erscheinendes Wochen-Anzeigenblatt von Anfang an durch falsche Sachdarstellung und entsprechende Kommentierung kräftigst dazu beigetragen hatte, Stimmung gegen das Projekt zu machen.

 

Das Projekt „Dauner Maarlandschaft“

Der Fremdenverkehrsort Schalkenmehren ist von acht Maaren umgebenen, von denen aber nur drei an ihrem Wasser zu erkennen sind. Die übrigen sind verlandet und z.T. aufgeforstet. Die dadurch nicht mehr erkennbare geologische Struktur soll wieder sichtbar gemacht werden, wodurch aus dem bisherigen Drei-Maare-Dorf Schalkenmehren in Zukunft ein Acht-Maare-Dorf würde. Für das Weinfelder Maar, auch als Totenmaar bekannt, sieht das Konzept eine Offenhaltung großer Hangbereiche durch extensive Beweidung vor. Dies erforderte die Errichtung des Zauns. Er kostete jedoch statt der im Anzeigenblatt angegebenen 400.000 EUR lediglich 30.000 EUR. Auch ist weder Rollstuhlfahrern noch Passanten mit Kinderwagen, so wie ebenfalls falsch berichtet, der Zugang verwehrt. Entsprechend konstruierte Zugänge ermöglichen auch diesem Personenkreis den Zutritt. Selbst sportliche Großveranstaltungen sind weiterhin am Totenmaar möglich, da die Drehtore bei Bedarf ausgehängt werden können.

 

NABU-Daun am Weinfelder Maar aktiv

Der NABU-Daun war mit in die Erstellung des Konzepts einbezogen und begrüßt das Konzept. Mit der Umsetzung wird das Totenmaar nicht nur das über lange Zeit vorherrschende Aussehen wiedererhalten, es würden auch alle wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten davon profitieren, allen voran Insekten und die seltene Schlingnatter. Bei der Umsetzung des Konzepts beteiligte sich der NABU-Daun aber auch ganz praktisch. Zusammen mit dem Verband der Pflege- und Adoptivfamilien wurde in einem ganztätigen Pflegeeinsatz ein großer Hangbereich unterhalb des Kapellchens entbuscht.

Lesen Sie dazu auch folgende Meldung:

Dauner Maare: NABU entbuscht Hangbereiche am Weinfelder Maar   14.10.2013

Tatkräftig half die NABU-Gruppe Daun zusammen mit dem Verband der Pflege- und Adoptivfamilien mit, die Voraussetzungen für die am Weinfelder Maar vorgesehene ...

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