Ortstermin wegen Beschneiungsanlage am Mäuseberg 28.06.2007

                 Skipiste am Mäuseberg im NSG Gemündener Maar

Zur Erörterung des Vorhabens des Ski Club Dauns, am Mäuseberg im NSG Dauner Maare Schneekanonen installieren zu wollen, hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) zu einem Ortstermin eingeladen. Für diesen Ortstermin waren neue Unterlagen und Auswertungen in Auftrag gegeben worden, mit denen die Befürworter die bisher vorliegenden Bedenken ausräumen zu können glaubten.

 

Den NABU-Daun konnten diese Unterlagen nicht überzeugen, da

  • eine äußerst unseriöse Kostenermittlung erstellt und diese im Hinblick auf den Nachweis der Wirtschaftlichkeit „schöngerechnet“ wurde (bei der Ermittlung der Betriebskosten wurden z.B. Strompreise von 2004 zugrundegelegt; die Preise für die Schneekanonen basieren auf einem Angebot von 2003; Kosten, die bereits jetzt absehbar im Zusammenhang mit dem Projekt anfallen, wie Parkplatzneubau für 450 Fahrzeuge oder Kosten für Fehlbeschneiungen, wurden nicht berücksichtigt, usw.)
  • die Finanzierung des Vorhabens nicht minder abenteuerlich erscheint (von den Gesamtkosten in Höhe von derzeit mindestens 620.000 € sollen rund 200.000 € durch bisher nicht belegte kostenlose Firmenleistungen sowie durch Eigenleistungen des Ski Clubs Daun erbracht werden; der nach Abzug der Zuschüsse von Stadt und VG Daun - jeweils rund 40.000 € - verbleibende Restbetrag in Höhe von rund 340.000 € erfordert eine Fremdfinanzierung in voller Höhe)
  • die zunehmende Klimaerwärmung und die sich aus ihr ergebenden Schlussfolgerungen für den Wintersport in Mittelgebirgslandschaften überhaupt nicht berücksichtigt wurden (die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellte WETTREG-Studie von 2007, die regionale Klimaentwicklungen untersucht, prognostiziert z.B. für die Eifel eine sogar noch um 0,30 größere Erwärmung als im Deutschlandmittel; Eistage – für den Einsatz von Schneekanonen äußerst wichtig – werden der Studie zufolge in der Eifel auf 15 bis 30% des bisherigen Umfangs zurückgehen)
  • eine mit der Installation der Schneekanonen verbundene wirksame Steigerung der Wertschöpfung nicht nachgewiesen konnte (außer der im ersten Antrag der Stadt Daun dargelegten utopischen Vorstellung, mittels Schneekanonen die Anzahl der Skitouristen auf 100.000 pro Saison steigern zu können, liegen keine Prognosen über die zu erwartende Besuchersteigerung vor; auch die Eifel Tourismus GmbH gibt keine Prognose ab und legt in Erläuterungen zu der von ihr erstellten Potentialanalyse „Beschneiungsanlage Skipiste Mäuseberg“ sogar dar, Prognosen zur vermutlichen Entwicklung der Besucherzahlen „bewusst nicht in der Analyse berücksichtigt“ zu haben.)

 

Ratsmitglieder zunehmend skeptischer

Die letztjährigen Haushaltsberatungen der Stadt und der VG Daun haben gezeigt, dass auch die Ratsmitglieder diese Sachverhalte mehr und mehr würdigen. Immer weniger Ratsmitglieder sind bereit, die kommunalen Haushalte weiterhin für eine Investition zu belasten, die in Anbetracht der Klimaerwärmung sicherlich nicht als zukunftsorientiert bezeichnet werden kann. Es ist zu hoffen, dass auch die SGD Nord als Genehmigungsbehörde ihre Augen nicht vor der Unverträglichkeit des Vorhabens für das NSG, den Folgen der Klimaerwärmung, der Utopie der „immensen Steigerung der Wertschöpfung“ und den zahllosen Widersprüchen in der vorgelegten Planung verschließt.

 

Die aktuelle Stellungnahme des NABU zum derzeitigen Stand des Verfahrens finden Sie hier.

Lesen Sie zu diesem Beitrag auch die folgende Meldung:

Wenig Zuspruch für Schneekanonen   02.01.2007

„Wenig Zuspruch für Schneekanonen“, so titelte bereits der Trierische Volksfreund in seiner Ausgabe vom 17.3.2004 und fasste damit die Meinung der am TV-Medienprojekt ... 

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