Beschneiungsanlage: Wer kommt für die Kosten auf? 12.07.2007

Nach dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (LUWG) hat nun auch die Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz Trier deutlich gemacht, was auf die Schneekanonenbetreiber zukommen wird. Das Amt bestätigte dem NABU zugegangene Informationen als richtig, „dass für den Fall, dass eine Gefährdung für das Maar oder seine Nutzung als Badegewässer festgestellt wird, Abhilfemaßnahmen bis hin zur Einstellung der Beschneiung in Aussicht gestellt wurden“.

 

In Anbetracht dieser Aussichten bedeutet ein Festhalten an dem Vorhaben, dass gut 620.000 € sehenden Auges in den Sand gesetzt werden sollen. Nun könnte man sich natürlich auf den Standpunkt stellen: „Was soll´s? Der Ski Club Daun ist der Betreiber, also ist es auch dessen Risiko.“

 

NSG und Steuerzahler als Leidtragende

Aber so einfach ist die Sache nicht! Das NSG würde durch das Verlegen der erforderlichen Leitungen zum Gemündener Maar unnötig Schaden nehmen. Der Fortbestand der Badeanstalt würde leichtfertig aufs Spiel gesetzt und außerhalb von Daun würde sich jeder an den Kopf fassen, ob solch „vorausschauender“ Planung. Vor allem ist es das Geld des Steuerzahlers, das hier verplempert werden soll. Betrieben werden soll die Beschneiungsanlage zwar vom Ski Club Daun, Antragstellerin des Vorhabens ist jedoch die Stadt Daun. Die Kosten für die Durchführung des Verfahrens fallen mithin bei der Stadt bzw. bei der VGV Daun an.

 

Bisher schon hohe Planungskosten

Bei der Stadt fielen bereits jetzt, wie der Stadtbürgermeister einem Ratsmitglied auf Anfrage mitteilte, Planungskosten in Höhe von 15.774,14 € an. Hinzu kommen die umfangreichen Arbeitsstunden der Sachbearbeiter bei der VGV, Fahrtkosten für Besprechungen bei übergeordneten Behörden, weitere Sachausgaben usw. – alles nicht zu Lasten des späteren Betreibers, sondern der öffentlichen Haushalte. Und schließlich sind in den Haushalten der Stadt und der VGV Daun auch noch jeweils 39.000 € für dieses absolut nicht zukunftsfähige Vorhaben eingeplant.

 

Ratsmitglieder sollten Vorhaben überdenken

Von der Gefährdung der Badeanstalt wussten bis vor kurzem die hiesigen Ratsmitglieder nichts. Man kann wohl zu Recht davon ausgehen, dass ihnen auch die Haltung der Regionalstelle Wasserwirtschaft Trier bisher vorenthalten blieb. Es ist daher sicher an der Zeit, dass sich die noch in den Räten verbliebenen Schneekanonenbefürworter die Frage stellen, welchen Sinn Investitionen in eine Maßnahme haben, bei der nicht zuletzt in Anbetracht der Darlegungen des LUWG und der Regionalstelle Wasserwirtschaft Trier bereits jetzt abzusehen ist, dass die Investitionskosten in den Sand gesetzt sein werden.

 

Mehr zum Thema Beschneiungsanlage finden Sie unter folgender Meldung:

LUWG: Beschneiungsanlage gefährdet Maar und Badeanstalt   05.07.2007

Nach den Plänen der Stadt Daun und des Ski Clubs Daun soll die Nutzung der Skipiste am Mäuseberg im NSG Dauner Maare durch Installation einer Beschneiungsanlage ...

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