Rettet die Bienen! Rettet die Steinbrüche und Lavagruben?  23.04.2019

Goldwespenart Hedychrum rutilans (4 - 10 mm lang). Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Unglaublich viele Menschen haben beim Volksbegehren in Bayern „Rettet die Bienen“ mitgemacht. Eine ähnliche Aktion würde wohl auch im Landkreis Vulkaneifel eine große Unterstützung finden. Würde der Appell hingegen lauten „Rettet die Steinbrüche und Lavagruben“, kurz Abgrabungen, sähe die Sache wahrscheinlich ganz anders aus. Im derzeitigen, durch die jahrelange Diskussion um die Rohstoffplanung aufgeheizten Diskussionsklima wird sehr schnell jeder – egal ob Einzelperson oder auch Naturschutzverband – verdächtigt, die Sache der Abbauunternehmer zu besorgen. Wer aber wirklich ein Herz für die Bienen, vor allem für Wildbienen, denn um diese ging es beim Volksbegehren in erster Linie und auch alle anderen Insekten hat, der sollte wissen, dass heute Abgrabungen für zahlreiche Wildbienenarten, Wespen und Hummeln unverzichtbare Refugien darstellen. Dort finden sie Bedingungen, die sie ansonsten in unserer ausgeräumten, mit Insektiziden belasteten und durch industrielle Landwirtschaft geprägten Landschaft nur noch selten vorfinden. Um nicht missverstanden zu werden: Dies ist kein Plädoyer für noch mehr Abgrabungen in unserem Landkreis. Es ist vielmehr ein Plädoyer dafür, die ungeheure Bedeutung der Abgrabungen für die Insekten zur Kenntnis zu nehmen.

 

Diese Bedeutung haben jetzt die beiden Wissenschaftler Klaus Cölln und Andrea Jakubzik als Ergebnis einer fast 30 Jahre währenden Erhebung der Wespen und Bienen in einem Katalog für den Landkreis Vulkaneifel zusammengefasst. Sie stellten in den Abgrabungen insgesamt 362 Arten fest. Von den insgesamt 415 im Landkreis vorkommenden Arten kommen somit 87 % in Abgrabungen vor, darunter auch ein relativ hoher Anteil an Arten der Roten Liste. Zum Download des Katalogs der Wespen und Bienen geht es hier

 

Einige der Arten der Abgrabungen stellen wir in der nachfolgenden Bildergalerie vor. Bilder bitte anklcken.

 

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     Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher
Entwässerungsgraben im NSG Dreiser Weiher

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) rät zu einem Paradigmenwechsel beim Wassermanagement im ländlichen Raum. „Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre macht es erforderlich, das Wasser in der Landschaft zu halten und Fließgewässern ausreichend Raum zu geben“, sagte Alexander Bonde, DBU-Generalsekretär bei der Jahrespressekonferenz, die erstmalig per Videokonferenz stattfand. In Zeiten von Hitze, Dürre und Starkregen, die der Klimawandel verursache, seien Anpassungen nötig. „Zielführend sind regionale Konzepte, die gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Behörden, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz erarbeitet werden. Unterstützung bieten digitale Systeme, die beispielsweise die Wasserverteilung in der Landschaft virtuell darstellen“, so Bonde. Auch die Wirkung der Energiewende auf den Wasserhaushalt müsse zukünftig berücksichtigt werden. Einer Studie zufolge werde sich der Wasserbedarf im Energiesektor bis 2050 in Deutschland um die Hälfte verringern. |mehr|

 

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